Die Strandkörbe wie hier in Timmendorfer Strand sollen sich bald wieder langsam füllen.
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Die Strandkörbe wie hier in Timmendorfer Strand sollen sich bald wieder langsam füllen.

Urlaub für Geimpfte aus ganz Deutschland möglich

Der Norden prescht vor

Da Schleswig-Holstein sehr niedrige Inzidenz-Zahlen hat, werden ab 17. Mai Lockerungen möglich. Unter strengen Auflagen sind Tourismus und Gastronomie möglich.

Einschränkungen für Reisende aus anderen Bundesländern gebe es nicht. Alle müssten die Vorgaben befolgen, besonders im Hinblick auf die Tests.

Voraussetzung für die weiteren Öffnungen ist eine stabile Infektionslage. Die Regierung gehe von weiter sinkenden Zahlen aus, sagte Günther. Erleichterungen gibt es auch in den Bereichen Kita, Schule, Sport und Kultur. Im Norden waren die ohnehin niedrigsten Infektionszahlen in Deutschland zuletzt weiter gesunken. Künftig dürfen sich hier zehn Personen im Freien treffen statt fünf.

Wer als Tourist im Norden übernachten will, muss mit frischem negativen Coronatest anreisen und diesen alle drei Tage erneuern. Mit ihren Beschlüssen weitet die Landesregierung praktisch die für vier Modellregionen geltenden Regeln auf das gesamte Land aus. Am Dienstag hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verkündet, in seinem Land werde zu Beginn der Pfingstferien am 21. Mai in Regionen mit niedrigen Corona-Infektionszahlen wieder Urlaub möglich sein. In Bayern sind die Werte deutlich höher als in Schleswig-Holstein.

Hintergrund der Lockerungen sind die sinkenden Corona-Zahlen mit stabil unter 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen in weiten Teilen Schleswig-Holsteins. Am Dienstagabend betrug die landesweite Inzidenz 54,5. Der Norden hat seit Längerem die deutlich niedrigsten Werte in Deutschland. In den Regionen mit Sieben-Tage-Inzidenzen unter 100 darf hier bereits die Außengastronomie öffnen.

„Das heißt, dass wir noch vor Pfingsten wieder Urlaub oder den Besuch von Innengastronomie in allen Teilen des Landes ermöglichen“, erläuterte Günther zu den Neuerungen. Der 23. Mai ist Pfingstsonntag. Bei Sieben-Tage-Inzidenzen von über 100 greife wieder die Notbremse. „Aber vor dem Hintergrund zunehmender Impfungen sind wir sehr zuversichtlich, dass wir weder im Tourismus noch im Handel erneut den Rückwärtsgang einlegen müssen“, sagte Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP). Auch Besucher von Innenräumen in Gaststätten müssen einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 24 Stunden ist.

Zum 17. Mai ändern sich auch Kontaktvorschriften. Dann dürfen sich außen zehn Personen treffen und nicht mehr nur fünf aus zwei Haushalten. Diese Regel bleibt für den Innenbereich bestehen, auch in Gaststätten. Ab 23  Uhr gilt in der Gastronomie eine Sperrstunde.

Die Beherbergungs- und Gastrobetriebe müssen die Einhaltung der Vorgaben nicht nur kontrollieren und dokumentieren, sondern im Schulterschluss mit dem Kreis oder der Gemeinde auch entsprechende Testkapazitäten sicherstellen. „Aus den bisherigen Modellprojekten wissen wir zudem, dass es sinnvoll ist, die Testergebnisse getrennt nach Gästen, Einheimischen und Beschäftigten im Tourismus-Gewerbe zu erfassen – das wollen wir auch so beibehalten“, sagte Buchholz. Den Beschäftigten der Hotel- und Gastrobranche solle zweimal wöchentlich ein Testangebot gemacht werden. Sollten Mitarbeiter Tests ablehnen, dürfen sie nur in Bereichen ohne Gästekontakt arbeiten. Buchholz zufolge setzt die neue Regelung Leitplanken, die in einzelnen Kreisen oder in Betrieben je nach Lage auch verschärft werden können.

Auch Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein sollen vom 17. Mai an mehr Freiheiten bekommen. „Wir wissen, wie hoch das Bedürfnis ist, Entlastung zu schaffen, und gerade für Kinder und Jugendliche Treffpunkte wieder zu schaffen und auch Bewegungsmöglichkeiten miteinander“, sagte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne). Treffen mit bis zu zehn Personen drinnen und draußen seien bisher nur im Bereich der Jugendhilfe möglich gewesen. Das soll für die gesamte Jugend- und Vereinsarbeit gelten. Draußen sollen sich in festen Gruppen bis zu 20 Kinder treffen dürfen.  dpa

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