Die Zahl der über 80-Jährigen im Land soll sich bis zum Jahr 2030 um mehr als 50 Prozent erhöhen. - Archivfoto: dpa

Landesverband möchte Pflege auf demografischen Wandel einstellen und modernisieren

Diakonie sammelt Ideen für die Altenhilfe der Zukunft

Kiel - Die Diakonie Schleswig-Holstein will gemeinsam mit Partnern Szenarien für die Altenpflege der Zukunft in ländlichen Räumen entwickeln. „Wenn auf dem Lande auch künftig ein gutes Leben im Alter möglich sein soll, müssen neue Strukturen und Angebote geschaffen werden“, sagte Landespastor Heiko Naß gestern bei der Vorstellung des Projekts. Projektpartner sind das Institut für Sozialökologie in Siegburg sowie die Kreise Nordfriesland und Segeberg. Im Fokus steht dabei der Zeitraum von 2030 bis 2045. In den kommenden knapp eineinhalb Jahren sollen auch in Zusammenarbeit mit interessierten Bürgern Ideen entstehen und Handlungsempfehlungen erarbeitet werden.

Bereits 2030 werden fast 36 Prozent der Menschen in Schleswig-Holstein 60 Jahre oder älter sein, verweist die Diakonie auf Zahlen des Statistikamts Nord. Die Zahl der Hochbetagten, also der Menschen, die 80 Jahre oder älter sind, soll bis dahin um 83 500 (plus 53,6 Prozent) ansteigen. Bereits heute sei in ländlichen Regionen das Angebot an stationären Einrichtungen, für die Tagespflege, an Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz oder auch an sozialen und kulturellen Beschäftigungen deutlich kleiner als in der Stadt. Dies belege, dass dringend Handlungsbedarf besteht.

In den kommenden Monaten sollen nun bestehende Daten etwa zum demografischen Wandel, zum Familienbild, zur Entwicklung der Sozialsysteme und der Mobilität ausgewertet werden. Auch Experten aus der Praxis und Bürger – derzeitige und künftige Senioren – sollen zu ihren Vorstellungen befragt werden.

Auf der einen Seite geht es bei dem Thema um Digitalisierung und Telemedizin sowie Mobilität, sagte Professor Michael Opielka vom Institut für Sozialpolitik. Auf der anderen Seite sei der demografische Wandel eine gemeinschaftliche Aufgabe: „Familie, Freiwillige und Fachkräfte müssen in der Altenpflege zusammenarbeiten.“ - dpa

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