Diakonie startet Winternotprogramme

Damit Wohnungslose im Winter nicht erfrieren, hat die Diakonie ihr Notprogramm gestartet. Foto: dpa

Flensburg – Die Diakonie Schleswig-Holstein hat gestern offiziell ihr Winternotprogramm für Wohnungslose gestartet. Landesweit werden zusätzliche beheizbare Notunterkünfte geöffnet und warme Kleidung sowie Schlafsäcke verteilt, teilte die Diakonie gestern in Flensburg mit. So stehen beispielsweise in Kiel wieder drei beheizbare Container als niedrigschwelliges Angebot bereit, in Husum wurde erneut eine Wohnung angemietet, in der mehrere Menschen untergebracht werden können. Im ganzen Land verteilen Tagestreffs warme Kleidung und Schlafsäcke.

Zudem können Betroffene auch die bestehenden Notunterkünfte in Anspruch nehmen. Es werde niemand abgewiesen, sagte Diakoniepastor Thomas Nolte vom Diakonischen Werk im Kirchenkreis Schleswig-Flensburg.

Landespastor und Diakonie-Vorstand Heiko Naß appellierte an die gesamte Bevölkerung, gerade in der kalten Jahreszeit wohnungslose Menschen im Blick zu haben: „Es sind Menschen mitten unter uns.“ Liege ein Obdachloser reglos auf dem Boden oder einer Bank, sollte entweder die Polizei oder der Rettungsdienst gerufen werden.

Man solle „lieber einmal zuviel als einmal zu wenig anrufen“, sagte Naß. Das Land fördert das Winternotprogramm den Angaben zufolge mit 20 000 Euro. Zusätzliche 10 000 Euro steuert die Diakonie Stiftung Schleswig-Holstein bei.

Im vergangenen Jahr haben nach Zahlen des Diakonischen Werkes knapp 7 500 Menschen Rat und Hilfe in den ambulanten Beratungsstellen und Notunterkünften der Diakonie gesucht. Das waren rund 2 000 mehr als 2014.

Die Dunkelziffer durfte den Angaben zufolge aber höher liegen, da die Zahlen der Diakonie nicht den gesamten Bereich der Wohnungslosenhilfe in Schleswig-Holstein abbilden. Die Zahl der Obdachlosen, die „Platte machen“, werden auf mehrere Hundert landesweit geschätzt.  dpa

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