Etwas weniger Holz als üblich wurde in diesem Jahr bei den Auktionen in Schleswig-Holstein angeboten. Die Stämme erzielten aber Rekordpreise.
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Etwas weniger Holz als üblich wurde in diesem Jahr bei den Auktionen in Schleswig-Holstein angeboten. Die Stämme erzielten aber Rekordpreise.

Rekordergebnisse bei der Holzauktion in Daldorf

Die besten Stücke des Waldes

Daldorf – Der Bergahorn ist schlank im Durchmesser. Wenig beeindruckend im Vergleich zu den Reihen mächtiger Eichenstämme, die auf dem Wertholzlagerplatz in Daldorf zu Hunderten aufgereiht liegen. Und doch ist er der Star der Wertholzauktion im Kreis Segeberg. 4 875 Euro je Festmeter habe ein Furnierwerk aus Mecklenburg-Vorpommern bei der gerade beendeten Auktion bezahlt, sagt Harald Nasse von den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten am Donnerstag bei einer Besichtigung. Der Stamm im Gesamtwert von 6 825 Euro mit seiner begehrten – auf einer seltenen genetischen Anomalie beruhenden – Riegelstruktur soll für hochwertige Möbel und Musikinstrumente verwendet werden.

Was für Käufer von Parkett, Möbeln und anderen hochwertigen Holzprodukten eher schlechte Nachrichten sind, ist vor allen für die Privatwaldbesitzer in Schleswig-Holstein eine große Erleichterung. Nach katastrophalen Entwicklungen in den vergangenen Jahren mit Dürre, Borkenkäfern, Stürmen und riesigen Mengen Schadholz bringt die Versteigerung gutes Geld in die Kassen.

Christoph von Fürstenberg-Plessen, der 600 Hektar Wald in Nehmten am Großen Plöner See bewirtschaftet, schaut auf dem Wertholzlagerplatz vorbei und berichtet, er habe für seine angebotenen 18 Festmeter Eichenholz je 600 Euro bekommen. „Ich bin sehr zufrieden“. Das seien 100 Euro mehr als im Vorjahr.

Im Durchschnitt werden für die über die Schleswig-Holsteinische Holzagentur in Daldorf angebotenen Eichen sogar 734 Euro je Festmeter bezahlt, nach 467 Euro im Vorjahr. Von der Steigerung der Holzpreise hätten jetzt auch die Waldbesitzer etwas, sagt Nasse. „Das ist auch bitter nötig.“ Der Geschäftsführer der Holzagentur, Manfred Quer, kennt die Zahlen für die gesamte Auktion: 57 Prozent teurer als 2021 ist das Holz. „Das ist unbeschreiblich.“

Weil es in den vergangenen Monaten viel geregnet hat und der Waldboden kaum befahrbar ist, bleibt das Angebot an wertvollen Laubhölzern aber hinter dem Vorjahr zurück. Aus dem Privatwald sind es in diesem Jahr knapp 1 800 Festmeter, die in Daldorf angeboten und komplett verkauft werden. 2021 waren es rund 2 500 Festmeter. Bei der zweiten Auktion auf dem Wertholzlagerplatz Lanken (Kreis Herzogtum Lauenburg) wechseln rund 1 100 Festmeter den Besitzer, sagt Quer.

Dass alles angebotene Holz verkauft werde, sei außergewöhnlich. „Das gab es noch nie.“ Wer als Interessent jetzt leer ausgegangen ist, kann sich aber weiter Hoffnungen machen. „Die Käufer werden nicht auf dem Trockenen gelassen. Wir werden noch mehr liefern.“

Auch Holzhändler Jürgen Klatt aus Lübeck hat mitgeboten. Er kennt das Geschäft seit Jahren. Die aktuellen Preisausschläge seien schon gewaltig. Aber: „Ich sehe das gelassen, weil ich große Vorräte habe.“ 30 bis 40 Prozent Preissteigerung im Vergleich zum Vorjahr war seine Einschätzung vor der Versteigerung.

Neben der Hauptholzart Eiche und dem Bergahorn liegen in diesem Jahr auch einige Stämme Ulme, Kirsche, Roteiche, Esche und Erle auf dem Platz. Sogar einige Nadelhölzer haben es in die Auktion geschafft, Lärche und Douglasie. Auch eine echte Rarität ist dabei: Quer berichtet von einem einzelnen Mammutbaum.  dpa

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