Die Arbeitsmarktprognose für Schleswig-Holsten fällt überaus günstig aus.
+
Die Arbeitsmarktprognose für Schleswig-Holsten fällt überaus günstig aus.

Arbeitslosenzahlen in Schleswig-Holstein im Oktober gesunken

Die Nachfrage nach Personal ist hoch

Die Arbeitslosenzahlen im Norden sinken weiter. Die Nachfrage nach Personal ist bei den Unternehmen hoch. Trotzdem sieht die Chefin der Regionaldirektion Nord eine große Herausforderung.

Die Arbeitslosenquote liegt mit 5,0 Prozent um 0,2 Prozentpunkte unter dem Septemberwert. Im Oktober 2020 lag sie bei 5,8 Prozent. Die niedrigste Quote verzeichnete der Kreis Stormarn mit 3,2 Prozent, die höchste hatte der Kreis Steinburg mit 5,3 Prozent. Der Herbstaufschwung sei robust, sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord, Margit Haupt-Koopmann.

Bemerkenswert ist für sie die hohe Personalnachfrage. So wurden im Oktober 4 800 freie sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Dies ist ein Plus von 320 oder 7,1 Prozent gegenüber Oktober 2020. Auffällig sei insbesondere, dass der aktuelle Wert nur um 220 unter dem Oktober-Wert 2019 vor der Coronakrise liege.

Seit Jahresbeginn 2021 gingen bei den Arbeitgeberservice-Teams in Schleswig-Holstein 52 800 sozialversicherungspflichtige Stellen ein. Dies sind 18,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Moment werden speziell im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im verarbeitenden Gewerbe und im Gastgewerbe Mitarbeiter gesucht.

„Wir haben weiterhin eine gute Entwicklung“, sagte die Agenturchefin. Die Arbeitslosigkeit gehe zurück, die Beschäftigung steige, die Nachfrage nach Personal steige, die Kurzarbeit sei rückläufig. Sorge bereitet der Agenturchefin hingegen die Zahl der Langzeitarbeitslosen. Zwar sei deren Zahl im Vergleich zum September um 2,3 Prozent gesunken, sagte Haupt-Koopmann. Im Vergleich zum Oktober 2020 stieg sie demnach jedoch um 7,8 Prozent. Schaue man sich den Oktober 2019 an, seien es sogar 8 800 Langzeitarbeitslose mehr als im Oktober dieses Jahres. Der Strukturanteil innerhalb der Arbeitslosen verschiebe sich: „Wir haben jetzt 41,5 Prozent Langzeitarbeitslose, und vor Corona waren das ungefähr 33 Prozent.“ Es werde für alle Arbeitsmarktpartner eine große Herausforderung sein, das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen.

Auch Arbeitsminister Bernd Buchholz erinnerte mit Blick auf die 33 025 Langzeitarbeitslosen an die Unterstützungsangebote. So fördere das Land mit dem Landesprogramm Arbeit aus EU-Mitteln fünf Projekte für die Zielgruppe der Langzeitarbeitslosen und Geflüchteten bis Mitte 2023 mit 1,8 Millionen Euro.

Auf das kommende Jahr blickt Buchholz mit Optimismus. „Die Aussichten für 2022 in Schleswig-Holstein sind laut jüngster Arbeitsmarktprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung überaus positiv“, sagte der FDP-Politiker. Demnach wird ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 12,2 Prozent auf rund 78 000 Menschen im Jahresdurchschnitt prognostiziert.  dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.