Diesel-Fahrverbot in Kiel vermeiden

Kiel – Ein Dieselfahrverbot in Kiel soll doch noch möglichst vermieden werden. Nach einem dreieinhalbstündigen Spitzengespräch äußerten sich Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) gestern optimistisch, dass bereits im kommenden Jahr die bislang oft überschrittenen Stickstoffdioxid-Grenzwerte auf dem Thedor-Heuss-Ring eingehalten werden könnten. Hierzu sollen vor allem eine Baustelle beitragen und Luftreinigungsfilteranlagen an der Verkehrsachse. Albrecht und Kämpfer waren zuversichtlich, sich zügig auf den neuen Luftreinhalteplan für die Stadt Kiel einigen zu können, sodass dieser bereits zum 1. Januar in Kraft treten könne. Endgültig sei aber ein Fahrverbot für ältere Diesel der Euronorm 1 bis 5 auf der Fahrbahn Richtung Westen auf dem Thedor-Heuss-Ring noch nicht vom Tisch, betonten beide. Das Umweltministerium hatte seinen überarbeiteten Entwurf des Luftreinhalteplans am Montag der Stadt übermittelt. Er sah noch ein Dieselfahrverbot als unausweichlich an, falls die Stadt keine neuen Vorschläge machen würde.

Aus dem Gespräch hätten sich noch einige fachliche Details ergeben, die nun kurzfristig gemeinsam geklärt werden sollen, erklärten Albrecht und Kämpfer. Albrecht betonte man wolle die mildesten Mittel anwenden, um die Grenzwerte einzuhalten. Laut Kämpfer wird eine lange geplante Großbaustelle die Luftbelastung ganz erheblich reduzieren. Albrecht (Grüne) hatte wenige Tage vor dem Treffen das drohende Fahrverbot damit begründet, die Stadt habe frühere eigene Vorschläge zur Luftreinhaltung zurückgenommen, dadurch könnten die Stickstoffdioxid-Grenzwerte an der Verkehrsachse 2020 und 2021 nicht eingehalten werden.

Die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte muss im Jahr 2020 spätestens erreicht werden. In der Tabelle der am meisten mit Stickstoffdioxid belasteten deutschen Städte lag Kiel 2018 auf dem vierten Platz.  dpa

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