SPD-Landesvorstandsmitglied will sich mehr auf seine Kommune in Heide fokussieren

Dirk Diedrich legt sein Amt nieder

Heide - Nach dem Ignorieren der Kandidatenliste der Nord-SPD für die Europawahl durch den Bundesvorstand hat Dirk Diedrich mit sofortiger Wirkung sein Amt als Beisitzer im Landesvorstand niedergelegt. Offiziell begründet der Studienrat die Entscheidung mit der Arbeitsbelastung. Als Ausschussvorsitzender in Heide müsse er „ein wenig seine Kräfte bündeln“, sagte Diedrich am Donnerstag. „Denn meine Kommune braucht mich mehr und da, wo man meine Arbeit wertgeschätzt wird, bin ich auch gerne bereit ein wenig mehr zu geben.“ Diedrich gehörte dem Landesvorstand seit 2015 an. In seiner Begründung schwingt Kritik an Landeschef Ralf Stegner mit. Er hätte sich gewünscht, dass dieser sich im Bundesvorstand für einen Alternativvorschlag stark gemacht hätte, damit der Willen der Nord-SPD nicht komplett ignoriert worden wäre, sagte Diedrich.

Der Bundesvorstand hatte den Nord-Spitzenkandidaten Enrico Kreft (40) nur auf Platz 32 seiner Vorschlagsliste für die Europawahl gesetzt und die ebenfalls aus dem Norden kommende stellvertretende Juso-Bundesvorsitzende Delara Burkhardt (26) auf Platz fünf der Bundesliste. Sie war auf einem Landesparteitag jedoch Kreft unterlegen.

Stegner sagte, Diedrich habe seinen Schritt mit Belastungen durch eine neue Aufgabe in der Kommunalpolitik begründet. „Das ist in Ordnung.“ Zu dem Vorwurf, Diedrich hätte sich einen Alternativvorschlag erhofft, wollte er sich nicht äußern. Stegner hatte im Bundesvorstand gegen die im Norden umstrittene Entscheidung gestimmt. Die endgültige Entscheidung über die Kandidatenliste trifft die SPD-Bundesdelegiertenversammlung am 9. Dezember in Berlin. - dpa

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