Gut gerüstet – wie diese Passsnten am 09.01.2015 in Dagebüll (Schleswig-Holstein) – tritt Schleswig-Holstein Tief „Axel“ entgegen. - Foto: dpa

Umweltministerium sieht Land gut gerüstet

Donnerstag droht Sturmflut

Rostock/Hiddensee - Der deutschen Ostseeküste droht in der Nacht auf Donnerstag eine Sturmflut. Nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie werden Wasserstände von 1,20 bis 1,50 Meter über Normal erwartet.

Es sei aber nicht auszuschließen, dass es zu Wasserständen über 1,50 Meter kommen könne, sagte Ines Perlet vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gestern. Dies entspräche einer schweren Sturmflut. Ursache sei der derzeit generell hohe Füllungsgrad der Ostsee.

Wasserstände sich das Problem, nicht Wind

In den vergangenen Tagen sei bei einer anhaltenden Südwest-/Westwetterlage sehr viel Wasser aus der Nordsee bis in die zentrale Ostsee gedrückt worden, sagte Perlet. Das von Skandinavien über die zentrale Ostsee nach Russland ziehende Tief „Axel“ schiebe von der zentralen Ostsee an die südliche Ostseeküste. Der Sturm selbst halte sich mit Windstärken um 7, maximal 8 in Grenzen.

„Einige werden sich wundern, warum es deshalb bei moderaten Windstärken hohe Wasserstände geben wird“, sagte Jürgen Holfort vom BSH. Bei einem hohen Füllungsgrad der Ostsee – wie aktuell – reiche ein kleinerer Sturm aus, um eine größere Sturmflut zu bewirken.

Die Staatlichen Ämter für Landwirtschaft und Umwelt bereiten sich nach Angaben des Umweltministeriums mit Hochwassermeldedienst und Bereitschaftsdienst auf die Sturmflut vor. Morgen werde mit hohen Wasserständen gerechnet, sagte eine Ministeriumssprecherin. Die Auswirkungen der Sturmflut würden aber erst am Freitag vollständig sichtbar sein.

Hohes Vertrauen in Küstenschutzanlagen

Nach Angaben des Umweltministeriums werden die vorhergesagten Wasserstände zur Überflutung von Stränden und Dünenabtragungen führen. Die Küstenschutzanlagen vor bebauten Gebieten seien jedoch überall in einem Zustand, der derartigen Belastungen standhalte. In Küstenabschnitten, die nicht durch das Land gesichert werden, könne es zu Schäden kommen, wie zum Beispiel zu Steilufer- und Dünenabbrüchen sowie lokalen Überflutungen.“

Wieviel Wasser bis Morgen tatsächlich an die südliche Ostseeküste gedrückt wird, werde davon abhängig sein, wie schnell das Tief von Skandinavien über die zentrale Ostsee nach Russland ziehe, sagte Perlet. Es wird nordöstlich über Mecklenburg-Vorpommern vorbeiziehen. 

Die Sturmböen drehen dabei von Südwest über Nordwest auf Nordnordost, erklärte der Meteorologe Stefan Kreibohm des Wetterdienstes Meteomedia. Diese Drehung des Windes führe zum sogenannten „Badewanneneffekt“. Das Wasser werde erst von den Küsten weggedrückt und schwappe mit dem Drehen des Windes wieder in voller Wucht an die Küsten zurück.

dpa

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