Jörg Kreisert, Drohnenpilot des Arbeiter-Samariter-Bundes, fliegt eine Drohne während einer Übung. J Foto: dpa
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Jörg Kreisert, Drohnenpilot des Arbeiter-Samariter-Bundes, fliegt eine Drohne während einer Übung.

Zweite Drohnengruppe geplant

Arbeiter-Samariter-Bund: Drohnenpiloten retten Leben

heiligenhafen - Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Schleswig-Holstein setzt auf neue Technik – künftig sollen Drohnen den Samaritern bei der Aufklärung und Überwachung von Einsatzorten helfen. In Heiligenhafen gibt es bereits seit rund eineinhalb Jahren eine Drohnengruppe des ASB. Es ist die erste in Schleswig-Holstein.

Seit März dieses Jahres ist die Gruppe bei der Einsatzleitstelle gemeldet und kann damit für Einsätze im ganzen Land angefordert werden. Der Landesverband plant bereits die Einrichtung einer zweiten Drohnengruppe im Süden des Kreises Ostholstein.

Regelmäßig treffen sich die Steuerer, wie die Drohnenpiloten offiziell heißen, zum Training. Einer davon ist Peter Tscharn. Der 59-Jährige aus Kellenhusen (Kreis Ostholstein) ist seit rund einem Jahr dabei. „Das reine Fliegen der Drohne ist nicht schwierig, aber das Steuern der vielen Zusatzfunktionen über die Fernbedienung erfordert Fingerspitzengefühl“, sagt er, während er eine Drohne hin und her manövriert. Multitasking gehört also auch dazu.

Die sogenannten Unmanned Aircraft Vehicles (UAV – unbemannte Luftfahrtsysteme) sind mit einem aufwendigen Kamerasystem ausgerüstet, erläutert Jörg Kreisert, der „Chefpilot“ der Gruppe.„Dadurch können wir vermisste Personen auch in der Dämmerung orten, bei Waldbränden Glutnester aufspüren oder bei Chemieunfällen ein Lagebild erstellen, ohne dass sich ein Mensch in die Gefahrenzone begeben muss.“ Rund 5600 Euro kostet ein so ausgestattetes UAV. Der ASB besitzt insgesamt drei solcher Fluggeräte.

Um die Bilder der Drohnen auszuwerten, sind auch Virtual-Reality-Brillen im Einsatz.

Damit ist klar, dass die Spielgeräte, die in jedem Kaufhaus erhältlich sind, einer ganz anderen Liga angehören. „Das sind keine Spielzeuge für große Jungens, sondern hochtechnische Rettungsgeräte“, sagt auch der Geschäftsführer des ASB-Regionalverbandes Ostholstein, Udo Glauflügel. Gar nicht gut zu sprechen ist das Drohnenteam auf Hobby-Piloten, die sich nicht an Bestimmungen halten, über den Strand oder Grundstücke fliegen. „Die bringen die Fluggeräte in Verruf“, sagt er.

17 ehrenamtliche Drohnensteurer umfasst die Gruppe inzwischen, darunter ist nur eine Frau. „Wir können noch Verstärkung gebrauchen“, sagt Glauflügel. Denn ein Drohnenteam bestehe immer aus drei Leuten: „Einer steuert die Drohne, einer hält Sichtkontakt zum Fluggerät und beobachtet den Monitor und der dritte ist der Fahrer und hält den Funkkontakt mit der Einsatzleitstelle.“

Auch andere Hilfsorganisationen, Feuerwehren und das Technische Hilfswerk nutzen Drohnen bereits, zum Beispiel für die Suche nach Menschen. „Wir wollen diese Fluggeräte in der nächsten Zeit zu einem Standardeinsatzmittel im Katastrophenschutz machen“, sagte auch Bundesinnenminister Thomas de Maiziére (CDU) Ende Juni bei einem Workshop zum Thema in Berlin. 

dpa

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