Eine jüdische Kippa zu tragen, ist leider in manchen Teilen Deutschlands immer noch eine gefährliche Idee.
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Eine jüdische Kippa zu tragen, ist leider in manchen Teilen Deutschlands immer noch eine gefährliche Idee.

Dokumentationsstelle listet 53 antisemitische Vorgänge auf

Ein Vorfall pro Woche

Trotz aller Aufklärung, reißen antisemitische Vorfälle in Deutschland leider nicht ab.

Die Stelle dokumentiert seit September 2018 antisemitische Vorfälle. „Auch in Schleswig-Holstein ist Antisemitismus ein komplexes Phänomen, das sich in unterschiedlichster Form und Intensität ausdrückt“, sagte Referentin Sigrid Richolt. Im Schnitt werde ein Vorfall pro Woche registriert, wobei sich der Großteil unterhalb der Schwelle zum Angriff verorten lasse. „So manifestiert sich Antisemitismus häufig in Form von antisemitischen Äußerungen und Beleidigungen wie in Beschädigungen auch von nichtjüdischem Eigentum.“ Nach Einschätzung von Richolt wurden 2020 in Schleswig-Holstein am häufigsten Vorfälle des Post-Shoa-Antisemitismus und des sogenannten antisemitischen Otherings erfasst. „Erstgenannter bezeichnet eine Form, die sich gegen eine kritische Erinnerung an die NS-Verbrechen richtet oder diese sogar angreift“, sagte Richolt. Dazu gehöre die Verharmlosung oder Leugnung des Holocaust. Als Othering werde die Konstruktion jüdischer Menschen als nicht-dazugehörig bezeichnet, wie es bei der Beleidigung als „du Jude“ der Fall sei.

Deutschlandweit sind nach Daten des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) im vergangenen Jahr 1 909 antisemitische Vorfälle erfasst worden (2019: 1 252). Allerdings wurden diesmal 472 Vorfälle aus Bundesländern einbezogen, in denen es keine Rias-Meldestellen gibt und die zuvor nicht berücksichtigt worden waren.  dpa

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