Derzeit ohne Funktion: Die Fischtreppe am Stauwehr Geesthacht.
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Derzeit ohne Funktion: Die Fischtreppe am Stauwehr Geesthacht.

Lösung für defekte Fischtreppe in Geesthacht in Sicht

Eine Heberleitung soll es richten

Geesthacht – Für die defekte Fischtreppe am Stauwehr Geesthacht im Kreis Herzogtum Lauenburg ist eine Interimslösung in Sicht. Mit einer sogenannten Heberleitung könnte die ökologische Durchgängigkeit an der Nordseite des Wehrs provisorisch wiederhergestellt werden. Darauf hätten sich Vertreter der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, der Gemeinde Geesthacht, des Betreibers Vattenfall und verschiedener Umweltverbände geeinigt, teilte die SPD-Bundestagsabgeordnete Nina Scheer mit. Dadurch könnte die Aufstiegsanlage für die ab September erwartete Fischwanderung wieder zur Verfügung stehen, sagte Scheer.

Danach soll eine sogenannte Heberleitung die derzeit noch blockierte Lockströmung wiederherstellen und so den Wanderfischen kurzfristig den Aufstieg über das Wehr in ihre Laichgebiete ermöglichen. Die Lockströmung zeigt den Fischen den Weg in die Anlage, die ihnen hilft, den Höhenunterschied von rund vier Metern zwischen Unterelbe und Mittelelbe zu überwinden.

„Unter der Voraussetzung, dass die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung auch diese Zwischenlösung komplett bezahlt und betreibt, werden wir ihr zustimmen“, sagte die Pressesprecherin des Kraftwerksbetreibers Vattenfall, Sandra Kühberger, gestern. Eine weitere Voraussetzung sei, dass die genehmigungsrechtlich gebotene Wiederherstellung der Strömungsrinnen durch die Notlösung nicht eingeschränkt werde.

Vattenfall hatte die Fischtreppe an der Nordseite des Wehrs 2010 als Ausgleichsmaßnahme errichtet, um für sein Kohlekraftwerk Moorburg Kühlwasser aus der Elbe entnehmen zu dürfen. Das rund 30 Millionen Euro teure Bauwerk gilt nach Angaben des Kraftwerksbetreibers als größte Fischaufstiegsanlage Europas und ermöglicht es auch großen Wanderfischen wie Lachs und Stör, gegen die Strömung elbaufwärts zu ihren Laichgründen zu schwimmen.  dpa

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