Vor einem Jahr kamen noch 40 Prozent aus dieser Region ins Land

Zahl der Flüchtlinge vom Westbalkan jetzt nahe null

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Laut Innenminister Stefan Studt (SPD) hat sich die Zahl der Flüchtlinge im Januar gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat kräftig erhöht.

Kiel - Viele neue Flüchtlinge im Januar, Rückendeckung für die Kanzlerin, Hilfe für Hamburg und ein Appell zur Besonnenheit – Innenminister Stefan Studt (SPD) hat am Dienstag viele Facetten der Flüchtlingssituation abgearbeitet. Dabei ging er auch auf Ängste in der Bevölkerung ein.

Aktuelles: Nach einer Hochrechnung der bisherigen Zugänge könnten im Januar 2700 Flüchtlinge neu ins Land kommen. Das ist ein kräftiger Anstieg; im gleichen Vorjahresmonat kamen 1090. Eine Jahresprognose wollte Studt nicht abgeben. Klar verändert hat sich die Zusammensetzung. Kamen im Januar 2015 rund 40 Prozent vom Westbalkan, sind es derzeit fast null. Syrer, Iraker und Afghanen liegen weit vorn.

Jahresbilanz: 2015 suchten gut 55000 Menschen aus 61Nationen Schutz im Land. 35000 blieben. Nach Polizeiangaben passierten 66000 Transitflüchtlinge das Land Richtung Schweden. Zuletzt seien es nur noch 15 am Tag gewesen, sagte Polizei-Flüchtlingskoordinator Joachim Gutt. Die Maßnahmen Schwedens und Dänemarks hätten Wirkung gezeigt.

Unterkünfte: In 13 Erstaufnahmen sind von 12000 Plätzen derzeit 6000 belegt. „Wir brauchen Unterbringungsreserven für alle Fälle“, sagte Gutt. Aus humanitären Gründen werden in den kleinen Containern nicht mehr vier Menschen untergebracht, sondern zwei. Dies hat die Lage in den Unterkünften nach teils heftigen Auseinandersetzungen in den Vormonaten „einigermaßen befriedet“, sagte Gutt.

Hamburg: Der Kapazitätspuffer in den Erstaufnahmen ermöglicht Hilfe für die Hansestadt. 1000 Flüchtlinge aus Hamburg könnten von April an in einer Erstaufnahme-Einrichtung in Bad Segeberg unterkommen, signalisierte Studt. „Wir wollen helfen und wir werden helfen.“ Die Lage sei in Hamburg zugespitzt und im Land entspannter.

Über die Modalitäten der Hilfe sind Innenministerium und Innenbehörde im Gespräch. Dabei geht es auch um Kompensationen für den Personal- und Kostenaufwand.

dpa

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