Vorbei am Marine-Ehrenmal in Laboe ist die „Gooch Fock“ am Freitag in Richtung Kanarische Inseln gestartet.
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Vorbei am Marine-Ehrenmal in Laboe ist die „Gooch Fock“ am Freitag in Richtung Kanarische Inseln gestartet.

Segelschulschiff „Gorch Fock“ unterwegs in Richtung Lissabon

„Endlich wieder raus“

Kiel – Winkende Angehörige an Land, ein überpünktlicher Start, aber keine Kapelle für die „Gorch Fock“: Nach jahrelanger Sanierung ist das runderneuerte Marine-Segelschulschiff am Freitag von seinem Heimathafen Kiel aus zu seiner ersten Auslandsreise gestartet. Unter dem Kommando von Nils Brandt (55) nahmen die 120 Männer und Frauen der Stammbesatzung Kurs auf die Kanarischen Inseln.

In Lissabon (Portugal) ist ein Zwischenstopp geplant. Um exakt 9.56 Uhr legte der Dreimaster ab und setzte sich mit Motorkraft in Bewegung. In Höhe des Skagerraks will Brandt voraussichtlich das erste Mal Segel setzen lassen. „Wir haben jetzt westliche Winde. Das ist schlecht zu segeln für uns“, sagte er. Ab Sonntag werde der Wind laut Vorhersage drehen. „Wir hoffen dann, von Skagen aus Richtung englischen Kanal das erste Mal richtig Segel setzen zu können.“

Etwa 150 Angehörige verabschiedeten Schiff und Besatzung im Kieler Marinestützpunkt. Im Gegensatz zu früheren Abschieden fehlten wegen des verschobenen Starts die Klänge einer Musikkapelle. Sämtliche Musikkorps der Bundeswehr seien unterwegs, sagte ein Sprecher. Wegen Keimen in der Trinkwasseranlage hatte der Start der Reise um mehr als eine Woche verschoben werden müssen.

Anfang der Woche war dann klar, dass die lange Wartezeit der Crew nun doch zu Ende geht. Als Kommandant Brandt der Besatzung die gute Nachricht am Montag mitteilte, brach an Bord Jubel aus. „Das Schiff ist 15   Zentimeter aus dem Wasser gesprungen“, sagte Brandt. „Es ist vorbei mit der Werft, und wir dürfen wieder Schiff fahren.“

Brandt ist seit 2014 Kommandant der „Gorch Fock“, machte die gesamte Werftzeit mit. Dieser Törn wird seine letzte Reise an Bord sein. Diese gehe er natürlich mit einem lachendem und einem weinenden Auge an, sagte Brandt. „Aber grundsätzlich herrscht eine große Freude, dass wir die Chance haben, dass wir endlich hier rauskommen.“

Anfang Oktober war die runderneuerte Bark nach jahrelanger Werft-Zeit nach Kiel zurückgekehrt. Die Kosten für die Sanierung waren in den vergangenen Jahren von zunächst geplanten zehn auf 135 Millionen Euro gestiegen.

Vor den Kanaren soll die Crew unter günstigen Wetterbedingungen trainieren. Für das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel macht das Schiff im Hafen von Santa Cruz de teerige im Nordosten der Insel Teneriffa fest. Am 3.  Januar 2022 sollen die ersten von insgesamt rund 220 Offiziersanwärtern an Bord gehen. Mitte Januar soll das Schiff mit den ersten Kadetten in Richtung Mittelmeer fahren. Im spanischen Málaga soll dann die zweite Gruppe Kadetten ihre Ausbildung beginnen.

Im Heimathafen Kiel werden Schiff und Crew nach rund 10 000 Seemeilen (etwa 18 500 Kilometer) am 25.  März zurückerwartet. dpa.

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