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Erixx wegen Zugausfällen zwischen Kiel und Lübeck in der Kritik

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Ein Erixx-Zug fährt aus dem Hauptbahnhof in Kiel.
Ein Erixx-Zug fährt aus dem Hauptbahnhof in Kiel. © dpa

Die Strafzahlungen für das Unternehmen liegen im sechsstelligen Bereich. Laut Erixx sei Personalnot der Grund für die Zugausfälle.

Kiel – Wegen der vielen Zugausfälle auf der Bahnstrecke Kiel-Lübeck ist der neue Betreiber Erixx Holstein in der Landespolitik auf harsche Kritik gestoßen. „Wir sind natürlich nicht damit einverstanden, wie das Ganze gelaufen ist“, sagte Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des Landtags. Der CDU-Politiker Lukas Kilian meinte, der Einstand des Unternehmens auf dem schleswig-holsteinischen Markt hätte aus Kundenperspektive nicht schlechter ausfallen können.

Vertreter von Erixx führten erneut Personalnot als Hauptgrund für die Zugausfälle an. Madsen kritisierte vor diesem Hintergrund die Kommunikation, die sehr schlecht gewesen sei. Bei Problemen müsse man diese offensiv von sich aus schildern und darlegen, wie sie abgestellt werden sollten.

Die Zugausfälle werden erhebliche finanzielle Folgen für Erixx haben. „Wir werden hohe Strafzahlungen haben“, sagte der Chef des Mutterkonzerns Netinera, Jost Knebel. „Wir reden über mehrere Hunderttausend Euro.“ Hinzu kommt das Ausbleiben von Zahlungen, weil vereinbarte Leistungen nicht erbracht wurden. Anspruch des Unternehmens sei es, den Fahrplan pünktlich zu bedienen. Knebel entschuldigte sich dafür, dass die Kommunikation anfangs nicht gut gewesen sei.

Es geht nicht ums Geld, sondern darum, dass der Verkehr funktioniert

Mehrere Abgeordnete betonten, dass es nicht um Geld gehe, sondern darum, dass der Verkehr funktioniere. „Wir möchten keine Strafzahlungen, sondern einen guten Verkehr haben“, bekräftigte der Geschäftsführer des Nahverkehrsverbundes „Nah SH“, Arne Beck.

Seit Übernahme der Strecke durch Erixx im Dezember müssen Reisende erhebliche Behinderungen in Kauf nehmen. Bis zum 5. Februar gilt ein Ersatzfahrplan. Ab dem 6. Februar sollen die Züge zumindest tagsüber nach regulärem Plan unterwegs sein. „Das darf gerne viel schneller gehen“, sagte der CDU-Abgeordnete Kilian. Das Unternehmen müsse alle Hebel in Bewegung setzen.

Laut Erixx sollen zwischen Kiel und Lübeck ab März wieder in vollem Umfang Züge rollen. Mit mehr Personal will das Unternehmen seine Probleme in den Griff bekommen. Laut Konzernchef Knebel hätten zur Betriebsaufnahme die bis dato bereitstehenden 50 der angestrebten 70 Triebfahrzeugführer ausgereicht, von der Strecke nach Kiel-Oppendorf abgesehen. Dann sei eine Krankheitswelle mit bis zu 20 Prozent Ausfall ausgebrochen. „Das ist nicht auszugleichen.“ Lokführer seien Mangelware. Extrem hoch sei in Schleswig-Holstein auch die Durchfallquote bei Bewerbern. Mehrere Abgeordnete mutmaßten, dass dies an der Ausbildung liegen könne. dpa

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