Erlaubnis mit Auflagen statt Verbot

Geschafft? Nach zwei Monaten Pause darf auch dieses Restaurant in St.Peter-Ording wieder erste Gäste in Empfang nehmen. Foto: dpa

In der Coronakrise war das Bundesland ziemlich abgeschottet. Nun soll der Besuch von Restaurants, Hotels und Stränden wieder möglich sein. Ob Tagesausflügler aus Hamburg und anderen Bundesländern willkommen sind, ist noch unklar

Kiel – Nach zwei Monaten strikter Einschränkung des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Pandemie soll wieder etwas Normalität einkehren. Die Landesregierung beschloss am Samstag den rechtlichen Rahmen für die geplanten Lockerungen. Ab heute sollen neben Tourismus auch Restaurantbesuche und Training in Fitnessstudios wieder möglich sein.

Die Jamaika-Koalition in Kiel plant einen Paradigmenwechsel. Statt Verboten mit Ausnahmen sollen künftig grundsätzliche Erlaubnisse verbunden mit Auflagen im Vordergrund stehen. Ab heute fallen unter strikten Vorgaben zahlreiche Öffnungsverbote im Tourismus, bei Dienstleistungen und im Freizeitbereich. Hotels – ohne Wellnessbereiche – und Ferienwohnungen dürfen wieder öffnen. Auch Camping- und Wohnmobilstellplätze können unter strengen Voraussetzungen genutzt werden.

Touristen aus anderen Bundesländern dürfen wieder in den Norden kommen. Das Betretungsverbot von Inseln und Halligen entfällt, allerdings würden Inseln wie Sylt, Föhr und Amrum gern zunächst auf Tagesgäste verzichten. Die Kreise können bei Bedarf den Tagestourismus in Orten begrenzen. Die Landesregierung und die Landräte von Ostholstein und Nordfriesland wollen am Montag Genaueres bekannt geben.

Diverse Freizeit- und Sportaktivitäten werden von dieser Woche an wieder möglich sein, soweit Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Kinos und Fitnessstudios dürfen öffnen. Auch Fahrschulen, Kosmetik- und Tattoo-Studios sowie Massagepraxen können aufmachen. Tabu sind wie weiterhin Diskotheken, Schwimmbäder, Freizeitparks und Bordelle. Verboten bleiben außerdem Versammlungen mit mehr als 50 Personen.

Restaurants und Gaststätten dürfen dagegen mehr als 50 Gäste empfangen. Voraussetzung sei die Vorlage eines Hygienekonzepts zur Vermeidung von Corona-Infektionen, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) am Sonntag. Er hob hervor, dass die Gastwirte dafür keine besondere Genehmigung bräuchten, sondern ihr Konzept nur bei der Gesundheitsbehörde anzeigen müssten. Es sei eine gute Regelung, „weil es nicht auf die Genehmigung durch die Gesundheitsbehörde ankommt, sondern man zunächst loslegen kann“, sagte der Minister.

Ein Sprecher von Buchholz erklärte, warum in einem Biergarten mehr Menschen als auf einer Versammlung sein dürfen: Gastwirte müssten den Namen und die Telefonnummer ihrer Gäste mit der Reservierung erfassen. „Bei Versammlungen kriegt man das nicht hin“, sagte der Sprecher. Tatsächlich versammelten sich bereits mehr als 50 Personen. Im Zusammenhang mit den Einschränkungen wegen der Coronakrise demonstrierten am Samstag in Eckernförde rund 300 Menschen, so ein Polizeisprecher sagte.   dpa

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