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Deutsche Bahn will Instandhaltung vereinfachen

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Daniela Gerd tom Markotten, Deutsche Bahn Vorständin für Digitalisierung und Technik, zeigt einen Rahmen für Bildschirme im ICE, der in Neumünster mit einem 3D-Drucker hergestellt wurde.
Rahmen für Bildschirme im ICE können in Neumünster jetzt gedruckt werden, berichtet Daniela Gerd tom Markotten, Deutsche Bahn Vorständin für Digitalisierung und Technik. © dpa

Neumünster – Bei der Instandhaltung ihrer Züge setzt die Deutsche Bahn künftig auch auf 3D-Drucker. „Mit 3D-Druck können wir Ersatzteile schneller beschaffen und nicht mehr lieferbare Teile selbst nachbauen“, sagte die Bahn-Vorständin für Digitalisierung und Technik, Daniela Gerd tom Markotten. Züge sollen mehr rollen und weniger Zeit in Werkstätten wie im schleswig-holsteinischen Neumünster stehen.

Dort investiert das Unternehmen etwa 350 000 Euro in die Technik. Konzernweit sind es bislang den Angaben zufolge rund 750 000 Euro. „Unser Ziel ist ein digitales Warenlager: Bis 2030 sollen rund 10 000 Bauteile quasi auf Knopfdruck im 3D-Drucker herstellbar sein“, sagte Gerd tom Markotten. Das entspreche etwa einem Zehntel der in der Fahrzeuginstandhaltung verwendeten Teile.

Im zweiten Quartal soll die Produktion mit 3D-Drucker in Neumünster starten. Bislang ist das Bahnwerk im Norden das einzige, in dem dies geschieht. Werke in Cottbus und Bremen sollen folgen.

In Neumünster können bis zu 70 mal 50 mal 60 Zentimeter große Ersatzteile aus Kunststoff entstehen, sagt 3D-Druck-Experte Carsten Wolfgramm. Diese seien gleichwertig mit Originalteilen. Zum Portfolio gehören Lüftungsgitter, Griffe, Abdeckungen oder Kunststoffrahmen für Monitore. Sie müssen bestimmten technischen Anforderungen genügen und beispielsweise besonders hitze- sowie bruchfest sein und mindestens 13 Minuten hohe Hitzeeinwirkung ertragen, berichtet Wolfgramm.

„Für uns ist das eine echte Schlüsseltechnologie“, sagte Gerd tom Markotten. Damit umgehe das Unternehmen mögliche Lieferengpässe und spare Kosten. Neben eigenen Ersatzteilen aus dem 3D-Drucker kooperiert die Bahn mit Unternehmen, bezieht beispielsweise Bauteile aus Metall, die per 3D-Druck entstehen. Zudem ist der Einsatz der Technik schneller, ressourcenschonender und teilweise günstiger als Einkäufe auf konventionellem Weg.

Seit 2015 hat die Deutsche Bahn mehr als 30 000 Teile aus dem 3D-Druck für 500 verschiedene Anwendungen eingesetzt – bis hin zu 27 Kilogramm schweren Bauteilen für den ICE. In einem Instandhaltungswerk in Nürnberg stellt das Unternehmen Arbeitsmittel wie Schablonen her, mit denen Mitarbeiter Piktogramme aufkleben. dpa

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