1. Fehmarnsches Tageblatt
  2. Schleswig-Holstein

Erstes Teilstück des A7-Ausbaus fertig

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Die A 7 gehört zu den wichtigsten Transitachsen für die europäische Wirtschaft. - Foto: dpa
Die A 7 gehört zu den wichtigsten Transitachsen für die europäische Wirtschaft. © dpa

Kiel/Hamburg - Von Matthias Hoenig. Deutschlands aktuell größter Autobahn-Ausbau, die A7 von Hamburg Richtung Kiel, feiert heute den ersten Etappenerfolg. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) lässt es sich nicht nehmen, bei der Freigabe des ersten Teilstücks zwischen Neumünster Nord und dem Bordesholmer Dreieck dabei zu sein. In Richtung Norden dürfen die Autofahrer dann kurz richtig Gas geben – sechs Kilometer ohne Tempolimit. Auf der ebenfalls dreispurigen Gegenfahrbahn Richtung Süden gelten Tempobeschränkungen, da die Strecke in eine Baustelle führt.

„Wir liegen mit den Arbeiten sehr gut in der Zeit“, zieht Christian Merl, Sprecher des Baukonsortiums Via Solutions Nord, eine durchweg positive Zwischenbilanz des Großprojekts. Seit zwei Jahren wird in Hamburg und im Land Deutschlands längste Verkehrsader sechsspurig ausgebaut.

Die A7 führt über fast 1 000 Kilometer von der dänischen Grenze bis nach Österreich und gehört damit zu den wichtigsten Transitachsen für die europäische Wirtschaft. Sie ist aber auch Wegstrecke für viele Nord- und Ostseeurlauber sowie Pendler in der Region Hamburg.

Ende 2018 soll die 65 Kilometer lange Strecke zwischen dem Autobahndreieck Hamburg-Nordwest und dem Bordesholmer Dreieck, das die Weiterfahrt Richtung Flensburg oder Kiel bietet, durchgängig sechsspurig sein. Und in Hamburg sind nördlich des Elbtunnels drei Autobahn-„Deckel“ geplant. Die Arbeiten dort werden noch einige Jahre dauern.

Geduldsproben für Autofahrer

Autofahrer sind immer wieder harten Geduldsproben ausgesetzt: Nördlich des Elbtunnels darf auf verengten Fahrspuren in Baustellenbereichen maximal mit 60 Stundenkilometern gefahren werden – wenn nicht gerade ein Stau den Verkehr ganz stoppt oder zum zähfließenden Blechstrom macht. Von der Stadtgrenze Richtung Norden geht es meist mit 80 Stundenkilometern weiter, an wenigen Passagen noch ohne Baustelle ist Tempo 120 erlaubt. Fast täglich staut sich der Verkehr kilometerlang nach Hamburg rein von der A 23 aus Richtung Pinneberg und auf der A 7 von Quickborn.

Besonders in der dunklen Jahreszeit machen die teils provisorischen, sehr engen und kurzen Ausfahrten und Auffahrten wie zum Beispiel in Hamburg-Schnelsen oder Schnelsen-Nord Autofahrern zu schaffen. „Ich kann nur an die Autofahrer appellieren, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten“, sagt Merl. Bisher klappe das ganz gut.

Rund 1 800 Kräfte haben einen Baustellenausweis – vom Zulieferer, der die Baufahrzeuge betankt, bis zum Diplomingenieur. „Wir haben aber einen Fachkräftemangel im Straßenbau, der auch uns zu schaffen macht“, sagt Merl. Dennoch sei Via Solutions zuversichtlich, im Zeitrahmen zu bleiben. Teils wird im Zwei-Schichtbetrieb von 7 bis 23 Uhr gearbeitet, falls notwendig sogar rund um die Uhr – etwa wenn die Betondeckenfahrbahn gemacht wird. „Die modernen Autobahnen erhalten Betondecken, denn diese sind haltbarer als Asphalt“, erklärt Merl. „Nur in Lärmschutzbereichen kommt ‚Flüster-Asphalt‘ auf die Fahrbahn, denn der ist viel leiser.“ 

dpa

Lesen Sie auch: 

Sanierung nach Millionen-Pfusch an A7 beginnt

Offizieller Start für Ausbau der A7 auch in der Südheide

Auch interessant

Kommentare