Wie EU-Gelder im Land helfen

Sabine Sütterlin-WaackEuropaministerin

Schmetterlingsschutz, Dachsanierung in einem Museum, Zusammenarbeit mit Dänemark – in vielen verschiedenen Projekten des Landes steckt EU-Geld. Eine dreistellige Millionensumme fließt Jahr für Jahr aus Brüssel. Das wird in Zukunft weniger.

Kiel – Was hat der Handel mit Nüssen mit Europa zu tun? Was der Einsatz von Schweinswal-Warngeräten in Fischernetzen? Ziemlich viel. Denn wenn ein Nusshändler in Husum eine neue Halle baut und elf neue Arbeitsplätze schafft, dann fördert die EU das ebenso wie die Technik zum Schutz der Meeressäuger in der Ostsee. Insgesamt 384 440 Euro und damit ein Fünftel der Gesamtinvestition sind es im Fall des Nusshändlers, 324 000 für die Schweinswale. Für größere Vorhaben in diversen Bereichen gibt es Millionenbeträge. Hier eine Übersicht über große Fonds und einzelne Vorhaben:

EFRE

Das ist der Europäische Fonds für regionale Entwicklung. Gesamtsumme: 271 Millionen Euro. Bis März wurden insgesamt 436 Projekte unterstützt. Beispiel: Eine Hamburger Traditionsfirma, die LED-Navigationsleuchten für Schiffe herstellt, baut in Reinbek (Kreis Stormarn) eine neue Betriebsstätte. Es entstehen neun zusätzliche Arbeitsplätze. Zur Gesamtinvestition von 3,1 Millionen Euro steuert die EU 345 000 Euro bei, Förderquote: elf Prozent.

ESF

Europäischer Sozialfonds, Fördersumme: 89 Millionen Euro. 12,2 Millionen gibt es für Langzeitarbeitslose. Das Geld soll dabei helfen, dass zum Beispiel gering Qualifizierte, Ältere, Alleinerziehende oder Flüchtlinge besser auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können. 61 Projekte wurden dafür bisher bewilligt. Sie laufen zwei Jahre.

ELER

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums: 419 Millionen Euro. Bis Ende 2018 wurden insgesamt 3 369 kleine Vorhaben abgeschlossen. Beispiel: Bauern werden beraten und begleitet bei der Einführung und Umsetzung gewässerschonender Dünge- und Bewirtschaftungsmaßnahmen. Dafür machte die EU 7,5 Millionen Euro locker.

EMFF

Europäischer Meeres- und Fischereifonds: 24 Millionen Euro. Hier wurden bisher 263 Vorhaben bewilligt.

HORIZON 2020

Forschungs- und Innovationsprojekte. 67 Millionen Euro wurden dafür in Schleswig-Holstein eingeworben. Beispiel: Das Kieler Geomar Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung koordiniert ein internationales Verbundvorhaben zur Beobachtung des Atlantik. 62 Partner aus 18 Ländern sind dabei.

LIFE

Programm für die Umwelt und Klimapolitik: Daraus gab es bisher 13 Millionen Euro aus Brüssel. Beispiel: Projekt zur Wiederansiedlung des Schmetterlings Goldener Scheckenfalter, der in Schleswig-Holstein 1991 zum letzten Mal beobachtet worden war.

Für die nächste Förderperiode muss Schleswig-Holstein damit rechnen, dass weniger Geld aus Brüssel kommt. Mit Großbritanniens geplantem Austritt aus der EU wird ein großer Nettozahler wegfallen. „Die EU ist keine Sparkasse“, sagt Europaministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU). „Mit der Finanzhilfe der EU können wir vieles anpacken, was der Entwicklung Schleswig-Holsteins zugutekommt.“  

dpa

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