Fall Nathalie: Tatverdächtiger angeklagt

Flensburg – Im Fall der getöteten Nathalie aus Nordfriesland hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Totschlags gegen einen 47-Jährigen erhoben. Die Ermittler gehen aufgrund von Indizien davon aus, dass der Deutsche die 23-Jährige im August vergangenen Jahres tötete. „Es steht fest, dass der Angeschuldigte und die Getötete vor der Tat über eine Internetplattform Kontakt hatten“, teilte die Staatsanwaltschaft Flensburg gestern mit. Der in Untersuchungshaft sitzende Mann aus dem Kreis Nordfriesland schweigt zu den Vorwürfen.

Im Wagen des 47-Jährigen und an einem bei ihm im Rahmen einer Durchsuchung sichergestellten Elektroschocker stellten Experten DNA-Spuren der 23-Jährigen sicher. Die Staatsanwaltschaft geht nach Auswertung digitaler Spuren davon aus, dass sich der Mann im Tatzeitraum zumindest in unmittelbarer Nähe des mutmaßlichen Tatorts aufhielt.

Das Opfer aus Stadum wurde seit dem 17. August vermisst. Am 31. August wurde ihre Leiche in einer Baumgruppe am Rande eines Feldweges nahe der dänischen Grenze bei Süderlügum gefunden. Laut Staatsanwaltschaft deutete bereits der Auffindeort der Leiche auf ein Gewaltverbrechen hin. Rechtsmediziner konnten bei einer Obduktion aber nicht die konkrete Todesursache klären. „Auch der konkrete Tathergang und das Tatmotiv bleiben trotz umfangreicher Ermittlungen unklar“, hieß es. Über eine Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den Tatverdächtigen hat das Landgericht Flensburg noch nicht entschieden. Im Falle einer Verurteilung wegen Totschlags droht dem Mann eine Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren.  dpa

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