Fischer mit Mengen und Preisen unzufrieden

Pellworm/Cuxhaven – Die deutschen Krabbenfischer haben in diesem Jahr keine guten Geschäfte gemacht. Die Umsätze sind von mehr als 60 Millionen Euro 2018 auf geschätzte 25 Millionen Euro im laufenden Jahr eingebrochen.

Sie liegen damit voraussichtlich unter den Umsätzen aus dem Krisenjahr 2011, teilte die Erzeugergemeinschaft der Nord- und Ostseefischer in Cuxhaven mit. Die Erzeugerpreise gingen demnach von durchschnittlich vier Euro im vergangenen Jahr auf 2,70 Euro pro Kilogramm zurück.

„Weder Menge noch Preis waren 2019 zufriedenstellend“, sagte Geschäftsführer Kai-Arne Schmidt. Die Fischer sowie die Erzeugergemeinschaft hätten große Schwierigkeiten, sich den massiven Schwankungen anzupassen.

„Es geht allen gleich, denn der Handel schreibt uns die Fangmengen und die Preise vor“, sagte Fischer Birger Zetl von der nordfriesischen Insel Pellworm. Weil die Großhändler seit Freitagmittag keine Krabben mehr annehmen, lägen Schleswig-Holsteins Kutter bis zum 2. Januar im Hafen, hieß es.

Doch schon in den Tagen zuvor seien einige Krabbenfischer wegen der geringen Fangmengen an Land geblieben. „Im Grunde könnte man sagen, es ist Schwachsinn loszufahren. Aber wir haben keine andere Möglichkeit“, sagte Zetl. Mit den Einnahmen könne er zumindest seine Steuern zahlen, die Abträge an die Banken und die Versicherungen und den Angestellten ihren Lohn geben. „Aber für mich als Chef, als Selbstständiger, für mich bleibt nichts.“ Höchstens die Hoffnung.

„Wenn ich nicht losfahre, weiß ich nicht, ob ich viel fangen könnte oder nicht. Vielleicht fange ich ja doch so viel, dass es sich lohnt. Doch das kann ich von Land aus nicht sehen.“  dpa

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