Brauerei braucht mehr Platz

„Wir wollen in Flensburg bleiben“

Die Flensburger Brauerei knackte im vergangenen Jahr eine für sich magische Grenze. Foto: DPA

Flensburg - Die Flensburger Brauerei hat im vergangenen Jahr mehr als 600 000 Hektoliter Getränke verkauft. Im Inland wurden 628 000 Hektoliter abgesetzt nach rund 595 000 Hektolitern im Jahr zuvor. Das entspricht einem Plus von 13 Prozent, teilte die Privatbrauerei am Donnerstag in Flensburg mit. Das stärkste Plus von 35,4 Prozent machten die Flensburger mit ihren alkoholfreien Getränken. So erreichte das neue alkoholfreie Radler gleich im ersten Jahr Platz 8 von 17 im Flens-Sortiment. „Das hat sich deutlich über Plan entwickelt“, erklärte Geschäftsführer Andreas Tembrockhaus.

Aber auch der Absatz der alkoholhaltigen Produkte entwickelte sich mit einem Plus von 11,5 Prozent deutlich positiv. Das klassische Flensburger Pils liegt mit einem Anteil von 67 Prozent nach wie vor an der Spitze des Gesamtabsatzes. Auch im Export, der allerdings nur etwa fünf Prozent des Geschäfts ausmacht, legten die Flensburger um 13,5 Prozent zu.

Zum Vergleich: Bundesweit lag der Bierabsatz im Jahrhundertsommer 2018 um 0,5 Prozent höher als im Jahr zuvor. Das geht ebenfalls aus den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden hervor. Insgesamt setzten die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager demnach insgesamt rund 94 Millionen Hektoliter Bier ab.

Bereits in den vergangenen Jahren ist die Flensburger Brauerei gegen den Bundestrend gewachsen. Geschäftsführer Andreas Tembrockhaus sagte, „wir profitieren davon, dass wir uns all die Jahre um unsere Marke gekümmert haben - vielleicht auch konsequenter als andere“. Die Brauerei orientiere sich mit ihrem Portfolio ganz nah an den Verbraucherwünschen.

Logistik platzt zeitweise aus allen Nähten

Um in den kommenden Jahren weiter wachsen zu können, braucht die Brauerei mehr Platz. Man habe im Sommer erneut festgestellt, dass die Logistik aus allen Nähten platze, sagte Geschäftsführer Hans-Peter Heyen. Nun sei ein Grundstück im Stadtgebiet mit einer Gesamtfläche von 127.000 Quadratmetern gefunden worden. Heyen hofft, im Frühjahr 2020 Baugenehmigung auf dem Areal zu bekommen. Außerhalb der Stadt zu erweitern, komme nicht infrage. „Wir wollen in Flensburg bleiben“, sagte Tembrockhaus.

2019 sehen die Geschäftsführer eher als Konsolidierungsjahr. Es sei unheimlich schwierig gewesen, dieses Jahr zu planen, sagte Tembrockhaus. „Andere Brauereien planen ein kleines Minus. Wir haben gesagt, wir halten den Erfolg von 2018, eventuell mit einem kleinen Wachstum.“ Preiserhöhungen soll es trotz gestiegener Rohstoffpreise nicht geben. „Dieses Jahr fangen wir das noch auf“, sagte Tembrockhaus.

Die Brauerei ist eigenen Angaben zufolge Schleswig-Holsteins größte Privatbrauerei und beschäftigt 218 Mitarbeiter. 2019 sollen 24 dazu kommen. 

dpa

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