Benefits fürs Ehrenamt

Helfer können ihre Autos dauerhaft kostenlos parken

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Helfer der Tafel dürfen Parkplätze nun dauerhaft kostenfrei nutzen. 

Flensburg/Kiel – Kostenloses Parken für Ehrenamtler im Einsatz? Was seit April 2017 befristet möglich war, ist nun dauerhafter Bestandteil der Ehrenamtsförderung in Flensburg. Die Stadt sei mit dieser Maßnahme Vorreiter und auch Vorbild für zahlreiche andere Kommunen geworden, die ebenso nach Wegen suchen, ihre Ehrenamtler zu unterstützen, sagte ein Sprecher: „Uns haben viele Anfragen aus dem ganzen Bundesgebiet erreicht.“

In Schleswig-Holstein ist Flensburg zumindest unter den größeren Städten allerdings die einzige, die das frei Parken für Ehrenamtler möglich macht. Das ergab eine Umfrage bei den Stadtverwaltungen in Kiel, Lübeck, Neumünster und Norderstedt.

Insgesamt nutzen in Flensburg rund 70 bürgerschaftlich Engagierte – etwa des Tierschutzvereins, der Tafel, der Flüchtlingshilfe oder des Vereins Schutzengel – die Möglichkeit, bei der Erfüllung ihrer Aufgaben frei auf gebührenpflichtigen oder zeitlich begrenzten Parkplätzen parken zu können. „Wir wollten die ehrenamtlich tätigen Menschen motivieren und stärken und ihnen die Arbeit erleichtern“, sagte Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD). Niemand könne erwarten, dass jemand, der sich engagiere, auch noch Geld für das Parken mitbringe, um seine ehrenamtliche Arbeit zu erledigen.

In Kiel gibt es nach Angaben eines Stadtsprechers keine vergleichbaren Projekte. 2017 hatte die Stadtverwaltung einen entsprechenden Vorschlag geprüft. Ergebnis: Sie hält „die Ermöglichung kostenlosen Parkens oder auch die Einführung kostenloser oder rabattierter ÖPNV-Tickets für das Ehrenamt sowohl aus praktischen, als auch grundsätzlichen Erwägungen für keine geeigneten Mittel zur Förderung ehrenamtlichen Engagements“.

In Lübeck hat die Straßenverkehrsbehörde bislang keine Parkerleichterungen für Ehrenamtler vorgesehen, teilte eine Sprecherin mit. Ehrenamtliche Wahlhelfer beispielsweise erhielten aber eine Aufwandsentschädigung. Auch in Norderstedt und Neumünster gibt es solche Benefits für Ehrenamtler den Angaben von Stadtsprechern zufolge nicht. In naher Zukunft soll in Norderstedt aber eine „Stabsstelle Ehrenamt“ in der Stadtverwaltung entstehen. Zudem werde jährlich die „Bürgermedaille der Stadt“ verliehen, die den Angaben zufolge „ausdrücklich dazu dient, bürgerschaftliches/ehrenamtliches Engagement öffentlich zu würdigen“.

Zudem können landesweit ehrenamtlich tätige Menschen die Ehrenamtskarte beantragen, mit der sie Vergünstigungen bei verschiedenen Partnern erhalten – darunter Restaurants, Museen und Tierparks. Die Karte nutzen nach Angaben des Büros der Ehrenamtskarte Schleswig-Holstein 8 800 Menschen. Hinzu kommen 15 000 Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr und etwa 10 000 Inhaber einer Jugendleiter-Card, die die Angebote ebenfalls nutzen können. Die Angebote für Ehrenamtliche sind regional allerdings unterschiedlich verbreitet. So bieten in Flensburg etwa 60 sogenannte Bonuspartner Rabatte für Inhaber der Ehrenamtskarte und in Kiel sind es gut 30.  dpa

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