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Fortsetzung von Jamaika ist klare Präferenz

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Christopher Vogt will für die FDP bei der Landtagswahl ein Rekordergebnis erzielen.
Christopher Vogt will für die FDP bei der Landtagswahl ein Rekordergebnis erzielen. © dpa

Kiel – Schleswig-Holsteins Liberale sehen in einer Fortsetzung der Jamaikakoalition eine von mehreren Optionen für die künftige Landesregierung. „Eine Neuauflage der Jamaikakoalition können wir uns unter anderem gut vorstellen“, sagte FDP-Landtagsfraktionschef Christopher Vogt. Seine Partei gehe ohne Koalitionsaussage, aber mit einer Präferenz in den Wahlkampf:

„Wir würden gerne mit Daniel Günther als Ministerpräsident weiterarbeiten, kämpfen aber natürlich für eine möglichst starke FDP, die der Motor dieser Landesregierung ist.“

Seit 2017 regiert die FDP im Land mit CDU und Grünen. Vor dem Hintergrund hoher Umfragewerte hofft Vogt auf ein Top-Ergebnis bei der Landtagswahl am 8. Mai. „Am besten wäre natürlich ein Rekordergebnis. Das würde die Wahrscheinlichkeit weiter erhöhen, dass wir für eine neue Mehrheit gebraucht werden.“ Ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl hat die FDP im Norden 2009 mit 14,9 Prozent erreicht.

Einer der Erfolgsgaranten des Jamaika-Bündnisses ist für Vogt der Regierungschef. „Daniel Günther schafft es auf erstaunlich gute Art und Weise immer wieder, zwischen den drei Parteien Kompromisse auszuloten und Lösungswege aufzuzeigen. Das macht er wirklich sehr gut.“ Deshalb gebe es eine klare Präferenz der Liberalen für ihn als Ministerpräsidenten. „Klar ist, dass Günther bei der Wahl einen Amtsbonus haben wird, aber auch die Erfolge der FDP in der Wirtschafts- und Gesundheitspolitik gesehen werden.“

„Trotz der Unterschiede –auch im Umgang mit der Corona-Pandemie – haben wir es geschafft, immer wieder Kompromisse zu finden“, sagte Vogt. Geholfen habe, dass die drei Koalitionäre aus ihren unterschiedlichen Haltungen kein Geheimnis machten. CDU, Grüne und FDP seien stets relativ zügig wieder zusammengekommen. „Darüber war ich in den ersten Monaten positiv überrascht und bin es in Wahrheit jetzt, nach mehr als viereinhalb Jahren, immer noch.“

Vogt spricht mit Blick nach Berlin, wo die Liberalen in der Bundesregierung nun Teil einer Ampel-Koalition mit SPD und Grünen sind, von einem Spannungsverhältnis zwischen Landes- und Bundesebene. „Wir hoffen natürlich, dass die in Berlin in den ersten Monaten einen guten Regierungsstart hinlegen und dass wir Rückenwind aus Berlin bekommen“, sagte Vogt.

Die Beziehung vieler Liberaler zur SPD und ihrem langjährigen Landeschef Ralf Stegner habe sich verbessert. „Wir haben mittlerweile ein ordentliches Verhältnis zur SPD. Aber mehr eigentlich auch nicht“, sagte Vogt. Deren designierten Spitzenkandidaten Thomas Losse-Müller kenne er „noch nicht so richtig gut“. Entscheidend sei, dass die FDP es in verschiedenen Bündnissen schaffe, liberale Inhalte umzusetzen. dpa

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