Waschraum für muslimische Bestattungen in Norderstedt

Friedhof Friedrichsgabe

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Die SPD-Oberbürgermeisterin von Norderstedt, Elke Christina Roeder (2.v.l.), steht bei der Vorstellung eines Waschraums für muslimische Bestattungen zwischen Vertretern der türkisch-islamischen Gemeinde. Auf dem Friedhof Friedrichsgabe können Angehörige jetzt Verstorbene muslimischen Glaubens rituell waschen.

Norderstedt - Von Christiane Bosch. Um muslimische Bestattungen auf einem Friedhof in Norderstedt leichter möglich zu machen, hat die Stadt nun einen speziellen Waschraum für Angehörige eingerichtet. Nun ist der kleine Raum auf dem Friedhof Friedrichsgabe vorgestellt worden. „Wir haben seit zehn Jahren auf diesem Friedhof ein muslimisches Grabfeld“, sagte Betriebsamtsleiter Martin Sandhof. Dennoch seien in dieser Zeit verhältnismäßig nur wenig Muslime dort bestattet worden.

Der Grund dafür sei nach Gesprächen mit der islamischen Gemeinde klar geworden: Unmittelbar vor der Beerdigung im Tuch werden Verstorbene muslimischen Glaubens von ihren Angehörigen rituell gewaschen. Das war in Norderstedt (Kreis Segeberg) schlicht nicht möglich. Angehörige hätten ihre Verstorbenen deshalb auch schon woanders gewaschen und erst dann zu dem Friedhof gebracht.

Stadt investiert 15 000 Euro

Für den Waschraum mit einem Edelstahltisch sei ein kleiner Kühlraum umgewidmet worden. Die Stadt habe etwa 15 000 Euro in die Umgestaltung und Einrichtung des Raumes investiert. Ein solcher Waschraum ist mittlerweile immer häufiger ein Teil der Serviceleistungen auf den Friedhöfen. Seit 2009 wurden in Friedrichsgabe etwa 30 Muslime beerdigt. Insgesamt zählt die Stadt Norderstedt auf den drei städtischen Friedhöfen rund 300 Beisetzungen im Jahr.    

Die Grabsteine für Verstorbene muslimischen Glaubens stehen auf dem Gräberfeld. Seit 2009 wurden hier rund 30 Muslime beerdigt.

dpa

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