Archäologen finden Überreste einer Ziegelei

Fund in mittelalterlicher Burg Linowe

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Archäologen stellen bei ihrem Fund fest, dass ein Drittel des Fundaments fehlt.

Linau - Archäologen sind bei Ausgrabungen in der mittelalterlichen Raubritterburg Linowe im Kreis Herzogtum Lauenburg überraschend auf die Reste einer Ziegelei gestoßen. „Die Ziegelei muss innerhalb der vergangenen 200 Jahre in der Ruine entstanden sein“, sagte Grabungsleiter Eicke Siegloff. Es habe bereits mündliche Überlieferungen gegeben, dass in der Burg in jüngerer Vergangenheit Ziegel gebrannt worden seien.

Die Ruine in Linau sticht laut archäologischem Landesamt nicht nur wegen ihres rund 6 000 Quadratmeter großen Areals, sondern auch wegen ihres steinernen Bergfrieds unter den 350 bekannten Wehranlagen in Schleswig-Holstein heraus. Er war nicht mehr als zehn Meter hoch. Überwiegend handelt es sich im Norden dagegen um sogenannte Turmhügelburgen, bei denen aus Holz errichtete Wehrtürme auf von Gräben umgebenen Erdhügeln standen.

Bei Grabungen an dem noch vorhandenen Steinfundament der Burg Linowe stellten die Archäologen fest, dass ein Drittel von dem Fundamentring fehlt. Der Durchbruch sei für die Vorderfront einer Ziegelei genutzt worden, sagte Siegloff. „Man hat den Innenraum dieses Turm-Fundamentes als Brennraum benutzt, um dort Ziegel zu brennen.“ Die Kuppel der Brennkammer fanden die Forscher zwar nicht. „Sie scheint abgebaut zu sein. Aber wir haben einen Ziegel-Fußboden gefunden.“ Möglicherweise wurde die Ziegelei genutzt, um Ziegel für neue Gebäude nach einem Brand in dem Ort zu fertigen, den es 1872 gegeben haben soll.

Die im Jahre 1308 gebaute Raubritterburg Linowe selbst wurde nur für kurze Zeit genutzt. „Wir wissen sehr genau, dass sie zwischen dem 8. und dem 29. September 1349 belagert worden ist von einem Bündnis von der Stadt Lübeck und der Hansestadt Hamburg mit Hilfe von drei holsteinischen Herzögen“, sagte Siegloff. „Und da ist die Burg dann zerstört worden, endgültig.“ - dpa

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