231 Tiere wurden in diesem Jahr in Friedrichskoog aufgenommen

Gedränge in der Seehund-Kinderstube

Das Seehundbaby „Primel“ auf der Station in Friedrichskoog: Über 200 Tiere wurden in diesem Jahr dort aufgenommen. - Foto: dpa

Friedrichskoog - Die Seehundstation Friedrichskoog blickt zufrieden auf das Jahr 2018 zurück. 231 Seehunde und Kegelrobben wurden in diesem Jahr bis Donnerstag aufgenommen, sagte Stationsleiterin Tanja Rosenberger. 197 Tiere seien erfolgreich ausgewildert worden. „Das sind über 90 Prozent.“ 13 Robben warten noch auf die Rückkehr zu den Artgenossen. Nur bei 21 Tieren halfen ärztliche Kunst und menschliche Pflege nicht. Sie starben.

4 576 Seehund-Babys wurden nach Angaben des Wattenmeer-Sekretariats in diesem Sommer vor Schleswig-Holsteins Küsten gezählt: Das sind 15 Prozent mehr als 2017 und damit ist das ein neuer Rekord. Doch das „Gedränge“ in der Seehund-Kinderstube blieb ohne Auswirkungen auf die Arbeit der Seehundstation. Dort wurden in der Hauptgeburtszeit der Seehunde im Sommer „nur“ 187 von ihren Müttern verlassene Seehundbabys aufgenommen plus 27 weitere kranke oder verletzte Seehunde, die schon etwas älter waren, sagte die Biologin. Vermutlich, weil es keine Sommerstürme gab, die Mutter und Kind trennten. 2017 waren es den Angaben zufolge 269 Heuler. Aktuell sind noch sieben Seehunde als Gast in der Station. Dazu kommen sechs verwaiste Kegelrobben-Babys. „Wir sind noch mitten in der Wurf-Saison“, erklärte Rosenberger. Denn Kegelrobben werden mitten im Winter geboren. „Ihre Geburtenzeit dauert noch bis Ende Januar.“

Bis zu ihrer Auswilderung bleiben die Seehund- und Kegelrobben-Waisen meist zwei bis drei Monate in der Obhut der Tierschützer. Der erste Kegler-Heuler werde voraussichtlich schon im Januar zu seinen Artgenossen im Wattenmeer zurückkehren, sagte die Stationsleiterin.

In der Station Friedrichskoog arbeiten 14 fest angestellte Mitarbeiter, sowie zwei Azubis und mehrere ehrenamtliche Helfer. Zu ihren Aufgaben gehören neben der Aufzucht der Heuler wissenschaftliche Forschung über Robben. In diesem Jahr wurden rund 151 000 Besucher gezählt. „Trotz des guten Badewetters: Wir sind damit sehr zufrieden“, so Rosenberger. - dpa

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