Ergotherapeut Alexander Rass (l.) und Bernd Gludau, Leiter der Kieler Justizvollzugsanstalt, stehen vor einem Wandbild aus Mosaiksteinen. 3 000 Dreiecke bilden Kiel und seine Förde nach. Das Bild haben Gefangene im Rahmen ihrer Arbeitstherapie erstellt. Insgesamt sechs Monate dauerte die Arbeit der fünf Insassen.
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Ergotherapeut Alexander Rass (l.) und Bernd Gludau, Leiter der Kieler Justizvollzugsanstalt, stehen vor einem Wandbild aus Mosaiksteinen. 3 000 Dreiecke bilden Kiel und seine Förde nach. Das Bild haben Gefangene im Rahmen ihrer Arbeitstherapie erstellt. Insgesamt sechs Monate dauerte die Arbeit der fünf Insassen.

Maßnahme ist Teil der Resozialisierung

Gefangene basteln Mosaik

Kiel – Eine Gruppe Gefangener hat in der Kieler Justizvollzugsanstalt ein zwei Meter hohes Mosaik der Stadt an der Förde geschaffen. Fünf Insassen haben dabei insgesamt sechs Monate im Rahmen ihrer Arbeitstherapie an dem bunten Wandbild gewerkelt, sagte der Ergotherapeut Alexander Rass am Mittwoch bei der offiziellen Vorstellung des Mosaiks. Bis auf den ersten Stein, der die Hörn genannte Hafenspitze darstellt, bestehe das Werk aus rund 3 000 lackierten Dreiecken.

Das Mosaik hängt derzeit im Konferenzraum der Anstalt. Der dortige Leiter Bernd Gludau kann sich aber vorstellen, es als Leihgabe beispielsweise eine Zeit lang im Kieler Rathaus auszustellen. „Wir wollten auf keinen Fall, dass es im Abstellraum verschwindet“, stellte er klar.

Die Arbeit der Gefangenen sei ein ganz wesentliches Element der Resozialisierung der Männer. „Arbeit ist lästig, gibt aber dem Tag Struktur“, sagte der Leiter der Einrichtung. Vielen Gefangenen sei diese jedoch verloren gegangen.

Als Ausgangsbasis für die Arbeit diente laut Ergotherapeut Rass eine von der Stadt zur Verfügung gestellte Karte Kiels. Zunächst hätten die Gefangenen teils sehr kleine Dreiecke aus Holz gesägt. „Das war eine große Anforderung an die Frusttoleranz“, erklärte Rass.

Im Anschluss daran wurden diese kleinen Teile mit verschiedenen, dort angemischten Farben lackiert. Ziel der Arbeitstherapie sei es, den Insassen viele kleine Erfolgserlebnisse zu verschaffen. „Wir verlängern die Zündschnur ein bisschen mit der Arbeit“, erklärte Rass das.

Bei ihm gingen vor der Coronapandemie täglich acht Gefangene in zwei Gruppen in die Arbeitstherapie. Dabei entstand beispielsweise auch das Modell eines Zeppelins. Anstaltsleiter Gludau betonte, die Beschäftigungsquote der Gefangenen betrage in Kiel normalerweise etwa 65 Prozent, wegen der aktuellen Beschränkungen aufgrund der Coronapandemie liege sie derzeit etwas niedriger. dpa

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