Vier Korvetten der Sa’ar-6-Klasse: Die Kampfschiffe aus der Werft German Naval Yards in Kiel sind für Israel bestimmt. ARCHIVFOTO: dpa
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Vier Korvetten der Sa’ar-6-Klasse: Die Kampfschiffe aus der Werft German Naval Yards in Kiel sind für Israel bestimmt. ARCHIVFOTO: dpa

Schleswig-Holstein bei Waffenexporten vorn / Korvetten und Uboote begehrt

Gefragte Rüstung aus dem Norden

Kiel/Berlin – Unternehmen aus Schleswig-Holstein haben 2020 Exportgenehmigungen für Waffen im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro erhalten. Kein anderes Bundesland kam auf einen höheren Wert. Das geht aus der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen (Linke) hervor. Auf Platz zwei folgte Niedersachsen mit Exportgenehmigungen im Wert von 973 Millionen Euro vor Bayern (263) und Bremen (140).

„Es wirft einen Schatten auf die beiden Nordländer, dass Unternehmen aus Schleswig-Holstein und Niedersachen Spitzenreiter sind beim Export von Kriegswaffen an Krisenregionen und an kriegführende Staaten wie Ägypten oder an Katar“, sagte Dagdelen. Auch Genehmigungen für Exporte nach Saudi-Arabien seien verwerflich.

Mit fast 1,5 Milliarden Euro lagen Unternehmen aus dem Norden im vergangenen Jahr auch bei den Rüstungsexportgenehmigungen vorn. 2019 hatte es im Norden Rüstungsexportgenehmigungen im Wert von gut 154 Millionen Euro gegeben. Grund ist der hohe Stückpreis von U-Booten und Marineschiffen.

Ende September wurde bei ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) ein Unterseeboot für Ägypten getauft.

Hauptexporteur der Rüstungsgüter aus Schleswig-Holstein gingen im vergangenen Jahr mit 524 Millionen Euro nach Israel. Im November hatte Israels Marine das erste von vier neuen Kampfschiffen auf der Kieler Werft TKMS offiziell in ihren Besitz übernommen. Die 90 Meter langen Korvetten mit Tarnkappentechnik entstehen in Zusammenarbeit mit der Kieler Werft German Naval Yards. Die restlichen Schiffe sollen früheren Angaben zufolge in diesem Jahr ausgeliefert werden. Die Bewaffnung soll in Israel erfolgen. Das Land will mit den Schiffen vor allem Gas-Förderplattformen im Mittelmeer vor Raketenangriffen aus den Palästinensergebieten beschützen.

Die Bundesregierung finanziert nach früheren Angaben des Verteidigungsministeriums mit 115 Millionen Euro etwa ein Viertel des Geschäfts.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz verwies auf die Erfahrung der Werften im Norden im Bau von Ubooten und Korvetten. „Die in Kiel gefertigten Uboote haben zahlreiche internationale Kunden“, so Buchholz. Die Branche habe es geschafft, leistungsfähige Produkte auf den Markt zu bringen. Sie gehören zu den besten der Welt. Der Marineschiffbau gilt in Deutschland als Schlüsseltechnologie. dpa

U 32 während einer Übungsfahrt. ARCHIV

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