Land finanziert stärkere Profilierung

Drei-Millionen-Geldspritze für Hochschulen

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Drei Hochschulen im Norden freuen sich über eine neue Millionenspritze.

Kiel - Schleswig-Holstein stärkt drei der neun staatlichen Hochschulen im Land mit weiteren Zuschüssen in Millionenhöhe. An die Universität und die Fachhochschule Kiel sowie an die Europa-Universität Flensburg fließen für dieses und kommendes Jahr zusammen 3,24 Millionen Euro zusätzlich, teilte Wissenschaftsministerin Karin Prien (CDU) gestern mit.

„Wir unterstützen damit gezielt wichtige Vorhaben der Hochschulen und stärken das Profil des Wissenschaftsstandortes Schleswig-Holstein“, sagte Prien. „Es geht immer um besonders profilbildende Vorhaben in den Hochschulen.“ Prien unterzeichnete gemeinsam mit den Präsidenten der Hochschulen entsprechende Vereinbarungen.

Universität Kiel

Sie erhält 1,1 Millionen Euro mehr. Die Uni will die Zahl der Absolventen in den Mangelfächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik erhöhen. Dazu wird ein Konzept erarbeitet, das den Studienerfolg verbessern soll. 

Das Problem: Von den relativ vielen Studienanfängern brechen recht viele nach ein paar Semestern ab. Außerdem kann die Universität das Personal für eine Exzellenzstrategie aufstocken. Sie hat sich gerade um den Titel einer Exzellenzuniversität beworben. Am 19. Juli wird entschieden, welche elf der 19 noch im Rennen verbliebenen deutschen Hochschulen diesen Titel verliehen bekommen. 

Im Erfolgsfall gibt es für sieben Jahre etwa 100 Millionen Euro. Beide Komplexe hätten große Bedeutung für die Entwicklung des Landes, sagte Präsident Lutz Kipp.

Universität Flensburg

1,14 Millionen Euro extra. So kann die Lehrer-Hochschule mit mehr Personal eine Aufstockung der Zahl der Studienplätze in Sonderpädagogik und Mathematik besser bewältigen. Als dritte Universität in Deutschland bietet sie künftig „Darstellendes Spiel“ als Schulfach an. Präsident Werner Reinhart sprach von einem vorweihnachtlichen Geschenk. Eine Professur dafür ist ausgeschrieben. Wenn alles gut läuft, kann es im Herbst kommenden Jahres losgehen. 

„Außerdem wird unser europawissenschaftliches Forschungszentrum durch eine zwölfte Europaprofessur weiter gestärkt“, sagte Reinhart. Ein Thema könnte die Frage nach den Gründen für die weit verbreitete Skepsis gegenüber Europa sein.

Fachhochschule Kiel

Eine Million Euro mehr gibt es für den Kraftakt, in kürzester Zeit wieder einen Studiengang für Bauingenieure aufzubauen. Hintergrund ist der Fachkräftemangel. „Die Resonanz ist groß“, sagte Prien. Für 40 Studienplätze gab es 220 Bewerbungen, berichtete Präsident Udo Beer. 

Nach acht Semestern eng mit der Praxis verzahntem Studium sollen die Absolventen überwiegend im Norden des Landes eingesetzt werden. Auch in Lübeck werden Bauingenieure ausgebildet. Mit der Ergänzung in Kiel rundet die Fachhochschule ihr Gesamtangebot ab. „Wir haben jetzt wieder alle Ingenieure an Bord“, sagte Beer. 

dpa

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