Gewerkschaften kritisieren hohe Steuern für Arbeitnehmer

DGB: Übermäßige Belastung

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Die Finanzierung des Staates lastet nach Ansicht der Gewerkschaften im Norden immer stärker auf den Arbeitnehmern.

Kiel/Hamburg - Die Finanzierung des Staates lastet nach Ansicht der Gewerkschaften im Norden immer stärker auf den Arbeitnehmern. Das Bruttoaufkommen aus der Lohnsteuer sei im dritten Jahr in Folge gestiegen, erklärte der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) in Hamburg. „Niedrige und mittlere steuerpflichtige Einkommen werden immer noch übermäßig mit Lohnsteuer belastet“, sagte der Vorsitzende Uwe Polkaehn. „Kapitaleinkünfte und Aktionärsgewinne müssen endlich genauso besteuert werden wie der Faktor Arbeit.“

Seit 2009 gilt auf Kapitalerträge eine Pauschalsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Diese Begünstigung gegenüber dem meist höheren persönlichen Einkommenssteuersatz war eingeführt worden, um Kapitalflucht ins Ausland unattraktiver zu machen und unter dem Strich mehr Steuern einzunehmen. Die Gewerkschaften fordern, die Abgeltungssteuer abzuschaffen und Kapitaleinkünfte wieder mit dem persönlichen Steuersatz zu belegen. Nach den Daten, die der DGB Nord bei den Finanzministerien im Norden gesammelt hat, hat sich das Lohnsteueraufkommen im vergangenen Jahr im Land um 6,2 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro und in Hamburg um 4,5 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro erhöht.

Es sei höchste Zeit, die Schlupflöcher für Bezieher höherer Einkommen zu schließen. „Die Beiträge der Besserverdiener werden dringend benötigt“, sagte Polkaehn.

dpa

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