Flughafen Sylt: Kein Schaden, keine Verletzten / Bergung des Airbus erfolgreich

Das ging daneben

Der Airbus A320, der am Samstagmorgen über die Landebahn auf Sylt hinausschoss, konnte erst am Sonntag geborgen werden. Er hinterließ tiefe Spuren im Inselboden. J Foto: Jörg Elias/Feuerwehr Westerland/dpa

Sylt - Von André Klohn und Simone Steinhardt. Die Landebahn auf der Nordseeinsel Sylt reichte einer Maschine von Air Berlin am Samstagmorgen nicht aus – der Flieger kam erst 50 Meter dahinter zum Stehen. Am Sonntag konnte der Airbus geborgen werden.

Nach ihrer missglückten Landung hat eine Maschine von Air Berlin gut einen Tag lang den Betrieb auf dem Sylter Flughafen lahmgelegt. Erst nach fast 24 Stunden wurde der Flieger mit schwerem Gerät geborgen, danach waren beide Bahnen des Flughafens der Nordseeinsel wieder betriebsbereit. Infolge des Vorfalls am Samstagmorgen waren 17 Verbindungen ausgefallen, davon neun Starts und acht Landungen, sagte Geschäftsführer Peter Douven.

Die Passagiere und die Crew des Air-Berlin-Flugs von Düsseldorf nach Sylt hatten am Samstagmorgen bei der Landung des Fliegers auf der Promi-Insel eine Schrecksekunde erlebt. Der Flieger vom Typ Airbus A320 kam erst 50 Meter hinter der Landebahn zum Stehen und blieb im aufgeweichten Rasen stecken, die Räder hinterließen dort lange Furchen. Keiner der 82 Passagiere und fünf Crewmitglieder wurde bei dem Vorfall verletzt. Einsatzkräfte holten sie über Gangways aus dem Flieger.

Allerdings blockierte die Maschine danach den Tag über die Hauptpiste des Flughafens auf der Ferieninsel. Laut Flughafen ließ die Wetterlage auch den Flugbetrieb auf der Querpiste für den Linienverkehr nicht zu.

Die Ursache für die missglückte Landung ist noch unklar. Nach Polizeiangaben war das Wetter auf Sylt am Samstagmorgen diesig, als die Maschine aufsetzte, war die Landebahn nass. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat die Ermittlungen zu dem Vorfall übernommen.

„Was ich sagen kann, ist, dass unsere Navigationssysteme heute Morgen freigegeben wurden“, sagte Flughafen-Geschäftsführer Douven am Sonntag. „Daran lag es also nicht.“ Der Flieger selbst wurde auf dem Flughafen geparkt und sollte dort untersucht werden. Die weiteren Sylt-Flüge von Air Berlin sollten gestern wie geplant stattfinden, sagte ein Sprecher der Airline.

„Wir sind froh, dass es nicht schlimmer gekommen ist“, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Wolfgang Kloth. Das Flugzeug sei mit geringer Geschwindigkeit auf eine Wiese kurz hinter der Landebahn gerollt. An dem Flugzeug entstand laut Polizei kein offensichtlicher Schaden.

Wer die Nordseeinsel am Samstag mit dem Flieger verlassen wollte, hatte schlechte Karten. „Ich hatte einen Flug über Düsseldorf nach Mallorca gebucht. Der ist annulliert, das Geld ist weg. Keiner kann sagen, wann ich wie runterkomme von der Insel“, schimpfte ein verärgerter Passagier. Eine Frau mit zwei Kindern freute sich indes: „Eigentlich hätte ich heute nach Salzburg fliegen sollen. Jetzt kann ich eine Woche länger hierbleiben. Das geht aber nur, weil ich bei meiner Schwiegermutter wohnen kann. Mit dem Zug wäre das sonst schwierig geworden mit zwei kleinen Kindern bis nach Salzburg.“

Ein älteres Ehepaar wartete dagegen etwas ratlos am Flughafen. „Wir wurden von der Fluggesellschaft angerufen, dass wir zum Flughafen kommen sollen. Mal sehen, wie es jetzt weitergeht. Wohl erst mal mit dem Zug nach Niebüll auf das Festland und dann sehen wir weiter“, berichtete der Mann aus dem Rhein-Neckar-Raum.

Laut Air Berlin wird der Flughafen Sylt von der Airline täglich im Schnitt fünfmal angeflogen. Etwa fünf Verbindungen täglich gebe es außerdem von der Insel. J dpa

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