Lürssen-Werft übernimmt Elsflether Werft – und den schwierigen Auftrag

„Gorch Fock“-Sanierer wird verkauft

Das Segelschulschiff „Gorch Fock“ hat in Kiel seinen Heimathafen. Foto: dpa

Kiel/Bonn/Elsfleth – Die insolvente Elsflether Werft, die das Marineschulschiff „Gorch Fock“ saniert, darf von der Lürssen-Werft in Bremen übernommen werden. Das Bundeskartellamt in Bonn gab den Verkauf am Freitag frei, sagte ein Sprecher der Behörde. Ein Sprecher der Elsflether Werft erklärte zu der Entscheidung: „Sie ist eine wesentliche Voraussetzung für einen Vertragsschluss mit der Lürssen-Gruppe. Daran werden wir in der nächsten Woche intensiv arbeiten.“

Die Lürssen-Gruppe aus Bremen-Vegesack hatte die Übernahme prüfen lassen, weil sie mit bislang sieben Werften in Deutschland eine starke Stellung hat und viele große Schiffe für die Bundeswehr baut. Sie hat sich verpflichtet, den Dreimastsegler bis Herbst 2020 generalzuüberholen und an die Marine zu übergeben.

Die Marine bildet auf dem Dreimaster ihre Offiziersanwärter aus. Die Sanierungskosten haben sich von 10 Millionen auf 135 Millionen Euro erhöht, für die der Steuerzahler geradestehen muss. Das Debakel hatte auch Ex- Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Schwierigkeiten gebracht.

Derzeit wird auf der Fassmer-Werft in Berne (Landkreis Wesermarsch) an der „Gorch Fock“ gearbeitet. Auch sie hatte auf die Elsflether Werft geboten. Nach dem Zuschlag für den Konkurrenten wird aber erwartet, dass die Bark in den kommenden Tagen über die Unterweser zu Lürssen geschleppt wird.

Die Elsflether Werft brauchte dringend einen Investor, um ihre etwa 130 Arbeitsplätze zu sichern und Schulden zu bedienen. Die Werft war durch das Großprojekt „Gorch Fock“ in Schieflage geraten. Im Februar hatte sie Insolvenz angemeldet. Die Eigenverwaltung und die Justiz suchen nach mehreren Millionen Euro, die unter der alten Werftführung verschwunden sind. dpa

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