Die Angeklagte und ihr Anwalt Till Müller. J Foto: dpa

Haftstrafe für Mord

Frau entwickelte in ihrer Ehe psychische Störung

Flensburg - Von Birgitta von Gyldenfeldt. „Es tut mir so leid“, sagte die 50-Jährige vor dem Landgericht Flensburg an ihren Stiefsohn gewandt. Das Urteil: Acht Jahre Haft wegen heimtückischen Mordes. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die Frau in der Nacht zum 7. Mai 2017 ihren 51-jährigen Ehemann in Wyk auf Föhr mit zwei Messerstichen in die Brust getötet hat. Die Kammer sieht das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt, geht jedoch von einer verminderten Steuerungsfähigkeit aus.

Die Angeklagte, die direkt nach der Tat den Notarzt verständigt und die Messerstiche gestanden hatte, konnte sich in der Hauptverhandlung an nichts mehr erinnern, stritt die Tat aber nicht ab. Sie hatte zur Tatzeit einen Blutalkoholwert von 2,56 Promille.

Es kann Revision eingelegt werden

Die Kammer hat es sich nicht leicht gemacht. Eigentlich sollte bereits am 5. Dezember Schluss sein, doch nach dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft beantragte die Verteidigung den Wiedereintritt in die Beweisaufnahme. Sie sah Hinweise auf sexuelle Demütigungen und Schläge in der Ehe nicht ausreichend beachtet. Weitere Zeugen wurden gehört. Die Kammer zeigte sich überzeugt, dass der Mann seine Frau erniedrigte – verbal, sexuell und durch körperliche Gewalt. Das Gericht folgte der Einschätzung einer Gutachterin, dass die Angeklagte wegen der wechselnden guten und schlechten Phasen der Ehe eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt hat. Es kann Revision eingelegt werden.

dpa

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