Der Vorsitzende Richter Mathias Eggers hat im Flensburger Cannabis-Prozess das Urteil gesprochen.
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Der Vorsitzende Richter Mathias Eggers hat im Flensburger Cannabis-Prozess das Urteil gesprochen.

Flensburger Cannabis-Prozess endet nach mehr als zwei Jahren

Haftstrafen und Bewährung

Flensburg/Schleswig – Der Flensburger Cannabis-Prozess ist am Dienstag nach mehr als zwei Jahren Verhandlung zu Ende gegangen. Das Landgericht verurteilte drei der zehn Angeklagten zu Haftstrafen von zwei Jahren und zehn Monaten, vier Jahren und zehn Monaten sowie sechs Jahren wegen des bandenmäßigen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln.

Sechs Angeklagte erhielten Strafen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren ausgesetzt auf Bewährung.

Fünf Angeklagte haben Plantagen betrieben – etwa in einer Garage oder dem Dachboden – und insgesamt Hunderte Kilogramm Cannabis geerntet. Dafür habe es neben dem umfassenden Geständnis eines der Angeklagten auch Beweise gegeben, sagte der Vorsitzende Richter. So sei die Plantage eines Angeklagten in „voller Blüte stehend“ aufgefunden worden. Auch bei anderen Angeklagten wurden Plantagen entdeckt. Selbst wenn jeder seine eigene Plantage hatte, geht die Kammer von einer bandenmäßigen Organisation aus. Andere Beschuldigte haben das Cannabis nach Ansicht der Kammer veräußert – ohne bandenmäßige Struktur. Ein Angeklagte wurde wegen des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln zu sechs Monaten Haft ausgesetzt auf Bewährung verurteilt.

Einer der beiden Hauptangeklagten wurde zudem freigesprochen. Einen Freispruch hatten in diesem Fall auch Staatsanwaltschaft und Verteidiger beantragt. Dem Mann war nach der Anklage die Rolle des Finanziers angelastet worden. Die ihm angelasteten Taten konnten ihm im Rahmen der Beweisaufnahme jedoch nicht nachgewiesen werden.

Das Urteil gegen den anderen Hauptangeklagten, der den Aufbau der Plantagen in technischer Hinsicht betreut und die Plantagenbetreiber in die Aufzucht und Aberntung der Pflanzen eingewiesen haben soll, wurde nicht gefällt. Das Verfahren gegen ihn wurde Anfang Dezember wegen einer Erkrankung abgetrennt, um die Hauptverhandlung zum Abschluss bringen zu können.  dpa

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