Helgoländer Kegelrobben vermehren sich prächtig

Zu Hause in der Kinderstube

Seit der ersten Kegelrobbengeburt im Jahr 1996 ist die Geburtenzahl stetig gestiegen. Im Winter verwandelt sich die Helgoländer Düne zur Kinderstube der Kegelrobben.   FOTO: DPA

Helgoland – Mehr als 420 Robben-Babys drängen sich zurzeit auf Helgoland. Das teilte die Naturschutzorganisation „Verein Jordsand“ mit. Die Kegelrobben im Wattenmeer vermehren sich offensichtlich prächtig: Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl schon jetzt um rund sechs Prozent höher, ergaben Berechnungen. Und die Geburtssaison dauert noch bis Ende Januar. Die Naturschützer von „Jordsand“ gehen davon aus, dass bis zum Monatsende täglich neue Robben-Babys geboren werden. 2018 wurden nach Angaben des Wattenmeersekretariats insgesamt 6 144 Kegelrobben im dänischen, deutschen und niederländischen Wattenmeer erfasst.

Die Kegelrobbe gilt mit einer Länge von bis zu drei Metern und einem Gewicht von bis zu 320 Kilogramm als Deutschlands größtes Raubtier. Ihren Nachwuchs bringt sie in den Wintermonaten von November bis Ende Januar zur Welt. Auf der Helgoländer Düne haben sich die meisten Tiere auf dem Nordstrand gesammelt. Für Robben-Verhältnisse liegen sie dort „sehr dicht gedrängt“, sagte ein Dünen-Ranger vom Verein Jordsand. Ungefähr alle 20 Meter sieht man eine Mutter mit ihrem Jungtier, dazwischen die Bullen, die ihren Harem bewachen.

Solange das Robbenbaby gesäugt werden muss, bleibt das Muttertier an seiner Seite. Trotzdem sieht man immer wieder junge Kegelrobben allein am Strand. Meist ist die Mutter nur kurz im Wasser, um sich abzukühlen. Aus unterschiedlichen Gründen passiert es jedoch immer wieder, dass sie nicht zurückkehrt. Dies wäre das Todesurteil für das Robbenbaby, es würde verhungern. Deshalb wird das junge Tier aufs Festland nach Friedrichskoog gebracht. In diesem Winter seien bereits sechs junge Kegelrobben in der Seehundstation aufgenommen worden, sagte eine Sprecherin.

Als angeblicher Konkurrent der Fischer waren Kegelrobben über die Jahrhunderte in der Nordsee nahezu ausgerottet worden. Heute gibt es im Wattenmeer wieder Kolonien mit Jungen. „Die Rückkehr der Kegelrobbe seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist eine Erfolgsgeschichte des trilateralen Umweltschutzes“, sagte Sascha Klöpper vom Wattenmeersekretariat.  dpa

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