„Siglinde“ fegt über das Land

Herbststurm erreicht Norden

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Wegen des Sturms hatte die Bundeswehr eine Katastrophenschutzübung abgeblasen – die Bedingungen waren zu real.

Amrum - Eine Sturmflut mit orkanartigen Böen an der Nordseeküste hat am Dienstag keine größeren Schäden verursacht. „Keine Verletzten, nichts Wildes“, berichtete eine Sprecherin der Regionalleitstelle Nord am Dienstag.

In den Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sowie der Stadt Flensburg habe es acht Einsätze gegeben wegen Ästen auf der Fahrbahn oder Bäumen, die infolge des Sturms umzustürzen drohten.

An der Nordsee wurde das Mittag-Hochwasser an der Küste und das Nachmittag-Hochwasser in Hamburg und Bremen nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie etwa 1,5 Meter höher erwartet als das mittlere Hochwasser. In St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland) stand deshalb am Mittag der große Strandparkplatz unter Wasser. Einige Surfer nutzten den starken Wind aus, stiegen teilweise direkt auf dem Parkplatz auf ihre Bretter.

Nach Angaben einer Bahnsprecherin lief der Zugverkehr im Land weitgehend reibungslos. Wegen des Sturms nahm der Autozug nach Sylt am Dienstag jedoch keine Lastwagen mit leeren Anhängern und keine Wohnwagengespanne mit. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor einzelnen orkanartigen Böen mit Windgeschwindigkeiten von um die 105 Kilometern pro Stunde in exponierten Lagen.

Wegen Sturmböen über der Nordsee fielen mehrere Fährverbindungen aus. Nach Angaben der Wyker Dampfschiffs-Reederei gab es keine Verbindung zwischen Amrum und den Halligen. Der zwischen Hamburg und der Hochseeinsel Helgoland verkehrende Katamaran „Halunder-Jet“ blieb im Hamburger Hafen.

Bundeswehr bläst Übung ab

Die Bundeswehr blies wegen des Sturms eine Katastrophenschutzübung zunächst ab. „Im Ernstfall wären unsere Hubschrauber geflogen, für eine Übung war der Wind jedoch zu stark“, sagte ein Sprecher des Landeskommandos Schleswig-Holstein. Das Tief „Siglinde“ verlieh dem fiktiven Szenario zu reale Züge. 

Zweck der Übung am Deich in Elpersbüttel sollte nach Angaben der Bundeswehr das Zusammenwirken von Soldaten der Reserve am Boden und unterstützenden Lufttransportkräften bei der Not- und Katastrophenhilfe sein. Dazu zählen unter anderem schwere Sturmfluten. Die Ausläufer des Tiefs „Siglinde“ bekommt der Norden aber auch am Mittwoch zu spüren. An den Küsten muss dann nach Angaben des DWD wieder mit teils schweren Sturmböen gerechnet werden.

„Siglinde zieht am Mittwoch in Richtung Russland ab. Daher weht bis Donnerstag wieder etwas weniger Wind“, sagte ein DWD-Sprecher. Allerdings folgt das Tief „Tina“, dessen Ausläufer von der Ostsee her für stürmische Böen sorgen. Mit Sturmtief „Fabienne“ war Ende September der erste Herbsturm mit Starkregen und Sturmböen über Deutschland hinweggezogen und hatte vor allem in den östlichen Bundesländern Thüringen und Sachsen große Schäden hinterlassen. Im Norden, In Hamburg und Schleswig-Holstein, hinterließ er nur wenig Schäden.

Er knickte Bäume um, ließ Züge und Fähren ausfallen. Meist blieb es bei Sachschäden.

dpa

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