Ein humanitäres Signal

Möchte den Kindern auf Lesbos eine Perspektive bieten: Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU). archivFoto: dpa

Das Land will jungen Flüchtlingen eine Perspektive bieten, die auf Lesbos in überfüllten Lagern leben müssen. Die Entscheidung darüber fällt aber nicht in Kiel.

Rendsburg/Kiel – Die Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP will einige unbegleitete minderjährige Flüchtlinge von der griechischen Insel Lesbos ins Land holen. Wenn eine gemeinsame europäische Lösung gefunden wurde, sei das Land sofort bereit, einige der derzeit auf Lesbos untergebrachten Kinder und Jugendlichen aufzunehmen, sagte Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) nach Angaben seines Hauses gestern auf einer Veranstaltung in Rendsburg. Die 5 000 Kinder und Jugendlichen hätten auf Lesbos keine Perspektive.

„Daher habe ich dem Bundesinnenminister geschrieben und an ihn appelliert, gemeinsam mit seinen europäischen Kollegen zügig eine Lösung zu finden“, sagte Grote. In dem Schreiben an Bundesminister Horst Seehofer (CSU), das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, bietet der Kieler Ressortchef an, 25 bis 30 junge Flüchtlinge von Lesbos aufzunehmen. „Ich bin dankbar, wenn Sie deren Einreise ermöglichten und unsere Aufnahme unterstützten“, schrieb Grote.

„Die dort rund 5 000 lebenden Minderjährigen leben unter desolaten Zuständen“, sagte Landtagsvizepräsidentin Aminata Touré (Grüne). Etliche Kommunen und Bundesländer seien bereit, junge Flüchtlinge von dort aufzunehmen. „Jetzt ist der Bundesinnenminister gefragt“, sagte Touré. Ohne dessen Zustimmungen könnten Land und Kommunen die Flüchtlinge nicht aufnehmen.

Innenminister Grote würdigte bei einem Empfang des Diakonischen Werkes die Integrationsarbeit vieler Ehrenamtler für Flüchtlinge und Migranten. „Von der Gesellschaft als Ganzes hängt es ab, ob Zugewanderten in Deutschland erfolgreich ein Neuanfang gelingen kann“, sagte er. Allen sei mittlerweile klar, dass ihe Integration ein langer Prozess sei.

Das Innenministerium unterstütze Städte, Gemeinden, Vereine und Verbände mit einem breit gefächerten zweistelligen Millionenprogramm bei der Integrationsaufgabe. „Als Jamaika-Koalition setzen wir Solidarität und Mitmenschlichkeit auch in politisches Handeln um“, sagte Grote. „Gemeinsam haben wir vereinbart, über ein Landesaufnahmeprogramm

500 besonders schutzbedürftige Menschen nach Schleswig-Holstein zu holen.“ Aber die Landesregierung und ihn drücke mit den jungen Flüchtlingen auf Lesbos ein weiteres humanitäres Problem. Die Situation in den überfüllten Flüchtlingslagern dort sei bedrückend und angespannt, heißt es in Hans-Joachim Grotes Schreiben an Seehofer.  dpa

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