Traditionelles Krokusblütenfest

Husum feiert Ankunft des Frühlings

+
Ein Meer aus Krokussen bedeckt die Anlagen rund um das Schloss in Husum.

Husum – Husum hat sich frühlingshübsch gemacht: Rund vier Millionen lilafarbene Krokusse schmücken den Schlosspark des kleinen Städtchens mit einem eindrucksvollen Blütenteppich. Seit mehreren Hundert Jahren lockt das „Blütenwunder des Nordens“ Zehntausende Besucher in die nordfriesische Hafenstadt.

Der Ursprung der nordfriesischen Blütenpracht ist bis heute unbekannt. Nur eins weiß man: Die Friesen hofften damals, den echten Safran-Krokus an der Nordseeküste heimisch zu machen. Entweder siedelten Husumer Mönche im 15. Jahrhundert die lila blühenden Pflanzen in ihrem Klostergarten an, um mit Safran aus den getrockneten Narben der Krokusse ihre liturgischen Gewänder zu färben. Oder Herzogin Marie Elisabeth pflanzte sie Mitte des 17. Jahrhunderts an, um den Safran als Gewürz für ihre Zuckerbäckereien zu nutzen.

Wer auch immer es war: Er pflanzte die falschen Blumen. Der lilafarbene Krokus in Husum sieht dem Safran-Krokus täuschend ähnlich. Er hat jedoch keine Blütennarben, aus denen man die begehrten Safranfäden gewinnen kann.

Der Safran-Krokus ist eine sterile Hybrid-Pflanze, die nicht gezüchtet werden kann. Obwohl er seit mehr als 3 500 Jahren angebaut wird, stammen alle weltweit kultivierten Pflanzen nur aus Tochterknollen, sagte Kim-Astrid Magister von der Technischen Universität Dresden.

Wissenschaftler suchten seit fast 100 Jahren nach den Elternarten des Safran-Krokus. Nun haben Biologen der TU Dresden das Rätsel gelöst. „Wir haben die Entstehung des Safran-Krokus nachvollzogen und die Elternarten mit molekularen und cytogenetischen Methoden aufgeklärt“, sagte der Molekularbiologie Professor Thomas Schmidt. Danach stammt der Safran-Krokus von der Krokus-Wildart„Crocus cartwrightianus“ ab, die in Griechenland vorkommt.  dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.