Bau- und Gewerbeabfälle sowie weiterer Müll liegen auf einem Gelände im Norderstedter Gewerbegebiet Friedrichsgabe.
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Bau- und Gewerbeabfälle sowie weiterer Müll liegen auf einem Gelände im Norderstedter Gewerbegebiet Friedrichsgabe.

In den Müllberg kommt Bewegung

Staatsanwaltschaft Kiel klagt ehemaligen Geschäftsführer und Betreiberin an

Kiel/Norderstedt – Im Zusammenhang mit dem umstrittenen Müllberg von Norderstedt hat die Staatsanwaltschaft Kiel den ehemaligen Geschäftsführer sowie die ehemalige Betreiberin eines Transport- und Entsorgungsunternehmens angeklagt. Es gehe um gemeinschaftlichen unerlaubten Umgang mit Abfällen und unerlaubtes Betreiben von Anlagen jeweils in einem besonders schweren Fall, teilte die Behörde am Mittwoch mit.

Die Anklage wurde nach Abschluss der Ermittlungen bereits am 3. November 2021 erhoben, aber aufgrund verfahrensrechtlicher Komplikationen erst jetzt bekanntgemacht. Der Unternehmer war ins Ausland verschwunden und es musste sichergestellt werden, dass die Anklage auch zugestellt werden kann, sagte Oberstaatsanwalt Henning Hadeler. Der angeschuldigte Mann ist 61 Jahre alt, die Frau 29.

Den Ermittlungen zufolge sollen beide auf ein etwa 5 000 Quadratmeter großes und weitgehend unversiegeltes Gewerbegrundstück im Norderstedter Stadtteil Friedrichsgabe erhebliche Mengen unterschiedlicher Abfälle zur faktischen Endlagerung gebracht haben. Das Volumen habe die für eine Zwischenlagerung genehmigten Mengen deutlich überstiegen.

Der Müllberg erreichte teilweise Höhen von etwa sechs Metern; das Volumen schätzten Sachverständige auf etwa 15 000 Kubikmeter. Deponiert wurden den Angaben zufolge auch asbesthaltige Abfälle, künstliche Mineralfasern, Dachpappen und Bauschutt mit gefährlichen Bestandteilen. Eine Entscheidung des Gerichts über die Eröffnung des Hauptverfahrens steht noch aus. Im Falle einer Verurteilung drohen mehrjährige Haftstrafen.

Das Land Schleswig-Holstein hatte Ende vergangenen Jahres angekündigt, es wolle im Haushalt 3,8 Millionen Euro für den Abtrag der illegalen Müllhalde bereitstellen.  dpa

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