Das Firmengelände der insolventen Nobiskrug Werft in Rendsburg.
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Das Firmengelände der insolventen Nobiskrug Werft in Rendsburg.

Der Insolvenzverwalter verbreitet Optimismus: Es gebe Kaufinteressenten

Insolvenzverfahren zu Nobiskrug Werft eröffnet

Rendsburg – Das Amtsgericht Neumünster hat das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Rendsburger Traditionswerft Nobiskrug GmbH eröffnet. Das bestätigte eine Sprecherin des Landgerichts Kiel am Donnerstag. Der Werftbetrieb laufe zunächst unverändert weiter. Als Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Hendrik Gittermann von der Hamburger Kanzlei Reimer bestellt.

Die Werft soll verkauft werden. Nach Gittermanns Angaben laufen konkrete Verhandlungen. Es gebe mehrere ernsthafte Interessenten. Die Gespräche dauerten noch, aber er erwarte dadurch einen höheren Verkaufspreis. Gittermann sagte, die Kunden hielten zu Nobiskrug. „Alle, mit denen ich gesprochen habe, sind begeistert von der Arbeit, die hier in Rendsburg geleistet wird.“ Sie wollten auch weiter bei Nobiskrug Schiffe bauen und warten lassen.

Das Unternehmen mit gut 300 Mitarbeitern hatte den Insolvenzantrag im April gestellt. Als Grund hatte das Management kritische Entwicklungen im Jachtbau genannt. Nobiskrug gehört zur internationalen Schiffbaugruppe Privinvest. Teil der Gruppe sind auch die Werften German Naval Yards Kiel und die Lindenau-Werft in Kiel. Beide Schiffbaubetriebe sind von der Nobiskrug-Insolvenz nicht betroffen.

Die IG Metall hatte am Montag mit 155 schwarzen leeren Stühlen vor den Werfttoren protestiert. Die Gewerkschaft wollte an die ihrer Meinungen nach nicht hilfreichen Kündigungen im Herbst erinnern und davor warnen, jetzt wieder Mitarbeitern zu kündigen. „Wenn wir die Zukunft meistern wollen, brauchen wir die Fachkräfte. Die sind alle Spezialisten für den Bau von Megajachten. Ohne sie wird es nicht gehen“, sagte Martin Bitter, Geschäftsführer der IG Metall Rendsburg, bei der Aktion. Jeder Stuhl stand für einen gekündigten Mitarbeiter.

Die auf den Bau von Luxusjachten ab 60 Metern Länge spezialisierte Werft am Nord-Ostsee-Kanal hat seit ihrer Gründung 1905 weit über 750 Schiffe gebaut. Zu den bekanntesten Neubauten vergangener Jahre gehörte die knapp 143 Meter lange Mega-Segeljacht „A“. Sie wurde von Nobiskrug aber in Kiel gebaut.  dpa

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