Ministerium: Neues Coronavirus zirkuliert noch nicht in Schleswig-Holstein

Jeder Einzelne kann helfen

Gut ausgerüstete Task Forces sollten aus Sicht der Hausärzte Menschen mit begründetem Coronavirus-Verdacht in deren Wohnung untersuchen. Foto: DPA

Leck/Kiel – Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen in Schleswig-Holstein ist bis zum gestrigen Nachmittag nicht gestiegen. Bisher gebe es drei bestätigte Fälle im Kreis Segeberg, in Lübeck und im Kreis Herzogtum Lauenburg. Das Gesundheitsministerium geht von einer Größenordnung von etwa „100 in Abklärung befindlicher Verdachtsfälle“ aus. Im Moment zirkuliert das Virus den Angaben zufolge noch nicht in Schleswig-Holstein.

Minister Heiner Garg (FDP) sagte gestern, „in der derzeitigen Phase verfolgen wir weiterhin die Strategie der Eindämmung mit den Gesundheitsbehörden vor Ort“. Auch jeder einzelne Mensch könne helfen, eine Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. „Hand-Hygiene und Hustenetikette tragen dazu bei. Alle sollten der Situation mit der notwendigen Besonnenheit begegnen.“

Garg hatte am Vormittag gemeinsam mit der Infektionsschutzreferentin Anne Marcic in einer Sondersitzung des Sozialausschusses das Vorgehen nach dem Pandemieplan Schleswig-Holstein erläutert. Es gelte zudem weiterhin die Empfehlung, sich bei Erkältungssymptomen telefonisch beim Hausarzt oder außerhalb der Sprechzeiten unter 116 117 zu melden. Aufs Händeschütteln sollte verzichtet werden.

Die SPD-Abgeordnete Birte Pauls forderte nach der Ausschusssitzung, klarere Richtlinien für Entscheidungsträger, nach welchen Kriterien geplante Veranstaltungen abgesagt werden sollten oder stattfinden könnten.

Die Grünen-Politikerin Marret Bohn sagte, was Großveranstaltungen angeht, brauche es bundesweit einheitliche Empfehlungen. „Diese müssen die Art der geplanten Veranstaltung und die erwarteten Besucher berücksichtigen.“ Man befinde sich erst am Anfang der Erkrankungswelle in Schleswig-Holstein. Ziel müsse sein, die Infektionsketten zu durchbrechen und die weitere Verbreitung des Coronavirus in Schleswig-Holstein einzudämmen.

Aus Hausärzte-Sicht sollten gut ausgerüstete Task Forces aus einem Arzt und einer Krankenschwester Menschen mit begründetem Coronavirus-Verdacht in deren Wohnung untersuchen. „Das wäre das einzig Sinnvolle, solange wir das Ganze eindämmen wollen“, sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes Schleswig-Holstein, Thomas Maurer, gestern.

Drei bis fünf Teams würden nach seiner Einschätzung für Schleswig-Holstein ausreichen, um das Land abzudecken. So viele echte Verdachtsfälle gebe es ja nicht. Den Hausärzten – in Schleswig-Holstein sind das etwa 2 000 – die Aufgabe zu überlassen, ist aus Sicht Maurers keine Lösung.  dpa

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