Theater, Schulen, Kliniken: Immer mehr Einschränkungen wegen Coronavirus

Jetzt geht fast nichts mehr

Ab nach Hause – bis mindestens zum 19. April: Schulen und Kitas im Land bleiben von Montag an geschlossen. Foto: dpa

Kiel – Wegen des sich immer weiter ausbreitenden Coronavirus gerät auch das Leben der Schleswig-Holsteiner mehr und mehr aus den Fugen. Von Montag an werden alle Schulen und Kindergärten bis zum Ende der Schulferien am 19. April geschlossen bleiben. Das teilten das Bildungs- und das Gesundheitsministerium am Freitag in Kiel mit. Mit einem Bündel an Maßnahmen will die Landesregierung das Virus eindämmen.

Für Kinder der Schulklassen eins bis sechs soll zunächst bis Mittwoch weiterhin eine Betreuung in den Schulen ermöglicht werden, wenn folgende Voraussetzungen zutreffen: Beide Eltern arbeiten oder ein alleinerziehender Elternteil arbeitet in einem Bereich, der für die Aufrechterhaltung wichtiger Infrastrukturen notwendig ist, und diese Eltern können keine Alternativ-Betreuung organisieren. Als Beispiele nannte die Regierung die Infrastruktur des Gesundheitsbereiches (Kliniken, Pflege, Medizinprodukte), der Versorgung (Energie, Wasser, Lebensmittel, Arznei) sowie Justiz, Polizei, Feuerwehr und Erzieher. „Eltern sollten verantwortungsvoll selbst entscheiden, ob sie unter die genannten Kategorien fallen“, sagte ein Sprecher.

Für Kitakinder soll zunächst bis kommenden Freitag eine Unterbringung in den Betreuungseinrichtungen ermöglicht werden.

Bis zum Nachmittag waren laut Gesundheitsministerium 48 Menschen an Covid-19 erkrankt. Zwei davon müssen im Krankenhaus behandelt werden. Betroffen ist nun auch der Kreis Nordfriesland.

Am Donnerstag hatte die Kultusministerkonferenz eine flächendeckende Schließung von Schulen in ganz Deutschland oder in einzelnen Regionen nicht ausgeschlossen. Bayern und das Saarland beschlossen am Freitagmorgen als erste Bundesländer die flächendeckenden Schließungen, weitere folgten.

Neben den Bildungseinrichtungen ist die Wirtschaft ein weiterer Brennpunkt. „Es ist für die Landesregierung selbstverständlich, dass wir unsere Wirtschaft in dieser besonderen Situation schnell und unbürokratisch unterstützen“, sagte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) am Freitag. Die Regierung werde Anfang kommender Woche einen Erlass veröffentlichen, der für betroffene Unternehmen die Möglichkeit von Steuerstundungen erleichtert. „Auf die Erhebung von Stundungszinsen kann in der Regel verzichtet werden.“

Außerdem plant Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) zusammen mit der Investitionsbank, der Bürgschaftsbank und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft ein Stabilitätspaket für die Wirtschaft. Es soll erweiterte Kreditmöglichkeiten beinhalten.

Die Umsetzung des gestoppten Lehrbetriebs an den Hochschulen erfolge derzeit auf Anordnungen des Ministeriums in Abstimmung mit den Beteiligten, teilte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Vormittag in Kiel mit. „Studierende sollen nicht in die Hochschulen kommen“, hieß es.

Außerdem forderte Garg die allgemeinversorgenden Krankenhäuser in Schleswig-Holstein auf, planbare Aufnahmen auszusetzen, beziehungsweise ab sofort zu reduzieren, um Aufnahmekapazitäten für Covid-19-Patienten bereit zu halten. Ebenfalls verfügte das Ministerium, dass die Kliniken zum Schutz von Patienten sowie Mitarbeitern ein Besuchsverbot oder restriktive Einschränkungen der Besuche mit Ausnahmen für medizinisch oder ethisch-soziale Besuche – etwa auf Kinderstationen oder von Palliativpatienten – umsetzen.

Die Europa-Universität Flensburg sagte alle Lehrveranstaltungen ab. Betroffen sind den Angaben nach nur die Studierenden und nicht die Beschäftigten in der Verwaltung oder Forschung. An der Europa-Universität hat im Gegensatz zu anderen Universitäten das Frühjahrssemester bereits Anfang März begonnen. dpa

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