Nicht nur etwas sagen dürfen, wenn man aufgerufen wird – Schüler wünschen sich mehr Mitbestimmung in ihren Lehreinrichtungen.
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Nicht nur etwas sagen dürfen, wenn man aufgerufen wird – Schüler wünschen sich mehr Mitbestimmung in ihren Lehreinrichtungen.

Schüler fühlen sich bei Schulentscheidungen ausgeschlossen

Jugend will mehr mitreden

Kiel – Viele Jugendliche in Schleswig-Holstein fühlen sich nicht in Entscheidungen ihrer Schule eingebunden. In einer Befragung des Kinderschutzbundes mit mehr als 1 000 Beteiligten äußerten 42 Prozent diese Kritik. Damit hätten die Jugendlichen beim Thema Mitbestimmung den Schulen ein sehr schlechtes Zeugnis ausgestellt, sagte die Landesvorsitzende Irene Johns gestern in Kiel. Die Beteiligungsstrukturen an den Schulen seien unzureichend. Gerade in der Corona-Zeit wäre es sinnvoll gewesen, bei der Umsetzung des Homeschoolings Schüler einzubeziehen. Es habe an den Schulen keine einheitlichen Ideen gegeben, wie der Unterricht während der Schulschließungen weitergehen sollte.

In der Corona-Zeit hätten auch die Schülervertretungen keine Informationen bekommen, wie es an den Schulen weitergehen soll, sagte Lorenzo Schüller vom Jugendrat des Kinderschutzbundes. Die Lehrer seien während der massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens unter sich geblieben. 39 Prozent gaben an, seit der Coronakrise sei der Schuldruck größer geworden. Jeder fünfte Schüler bekundete Angst, mit dem Schulstoff nicht hinterzukommen. „Und nur knapp der Hälfte kann jemand zuhause gut oder sehr gut bei den Hausaufgaben helfen“, sagte Jugendratsmitglied Emma Louisa Döhler.

Die Umfrage ergab auch, dass sich 83 Prozent der Jugendlichen sich in ihrer Familie wohlfühlen. 84 Prozent bezeichneten die Beziehung zu ihren Eltern als gut oder sehr gut. „Das ist für uns eine schöne Überraschung“, sagte Schüller. „Allerdings hat sich für fast ein Drittel die Beziehung innerhalb der Familie durch Corona verändert“, erläuterte Schüller. „In einigen war die Situation angespannt und es gab Streit. Andere Familien sind enger zusammengewachsen.“ Jeder vierte Jugendliche äußerte, oft traurig zu sein.  dpa

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