Jung und erfahren 

32-jähriger Florian Lorenzen wird Nordfrieslands neuer Landrat

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Florian Lorenzen (CDU) war der einzige Kandidat um den Posten. Der 32-jährige wird einer der jüngsten Landräte Deutschlands.

Husum – Der Kreistagsabgeordnete Florian Lorenzen wird ab Oktober Landrat in Nordfriesland sein. Auf einer Sondersitzung des Kreistags bestimmten die Abgeordneten gestern den 32-jährigen Agrarbetriebswirt Florian Lorenzen zum Nachfolger von Dieter Harrsen. Der 60-Jährige wird nach zwei Amtsperioden zum  10. Oktober seinen Stuhl räumen. Lorenzen wird dann einer der jüngsten Landräte Deutschlands sein.

Zu jung für den Job als Landrat fühlt sich der 32-Jährige jedoch nicht. „Ich bin fast elf Jahre Kreistagsabgeordneter, bin Unternehmer, habe mich in meinem Leben schon in vielen Bereichen eingesetzt und mir für mein Alter eine gewisse Lebenserfahrung angeeignet“, sagte er.

Lorenzen wird im Herbst Chef eines sehr speziellen Landkreises. Einerseits viele ländlich geprägte Regionen, andererseits Ecken wie Sylt mit Immobilienpreisen wie in München. „Doch ich kenne die Themen, ich kenne die Menschen und die Vereine in Nordfriesland.“

Als seine Stärken nennt er, dass er Gespräche vermitteln und Kompromisse finden könne. Und er spreche die Sprachen, die im Kreis gesprochen werden. „Ich kann Hoch- und Nieder- beziehungsweise Plattdeutsch. Friesisch kann ich zum großen Teil verstehen, und dänisch ein klein wenig.“ Nordfriesland steht laut Lorenzen in den kommenden Jahren vor riesigen Herausforderungen. „Eine der größten ist die Schaffung bezahlbaren Wohnraums.“ Am Herzen liege ihm auch der Erhalt und die Modernisierung der kommunalen Kliniken. „Ich will für unseren Kreis die Gesundheitsversorgung verbessern. Das bisher Erreichte wird nicht reichen“, sagte der 32-Jährige. „Wir werden uns Gedanken machen müssen, wie wir auf den Ärztemangel reagieren und Personal für uns nach Nordfriesland gewinnen können.“ Zudem sich will der künftige Landrat sich im Klimaschutz engagieren, den Ausbau der B5 und die Zweigleisigkeit auf der Marschbahn vorantreiben.

Er wird im Herbst nicht nur Chef der Kreisverwaltung, sondern auch das Sprachrohr der Region in Richtung Landesregierung. Zu seinen Aufgaben gehört dann unter anderem die Unterstützung der Gemeinden und Verbände bei deren Anliegen. Lorenzen war einziger Bewerber um den Chefsessel. 47 der Abgeordneten stimmten für den 32-Jährigen. Bei der Wahl gab es drei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. 

dpa

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