Die Windräder, die außerhalb der beschlossenen Gebiete stehen, müssen mittelfristig abgebaut werden. Insgesamt handelt es sich um 996 Anlagen.
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Die Windräder, die außerhalb der beschlossenen Gebiete stehen, müssen mittelfristig abgebaut werden. Insgesamt handelt es sich um 996 Anlagen.

Räder dürfen sich künftig in 344 Vorranggebieten des Landes drehen

Kabinett beschließt Windkraft-Ausbau

Kiel – Die Landesregierung hat die neuen Regionalpläne für den Ausbau der Windkraft in Schleswig-Holstein auf den Weg gebracht. Danach sollen sich künftig in 344 Vorranggebieten auf insgesamt 2,03 Prozent der Landesfläche Windräder drehen dürfen, sagte Innenstaatssekretärin Kristina Herbst gestern nach einer Kabinettssitzung. Die Gesamtfläche stieg gegenüber dem vorherigen Entwurf um 124 auf nun 32 075 Hektar.

Außerhalb der künftigen Windkraft-Flächen stehen 995 Anlagen. Sie müssen mittelfristig abgebaut werden. „Gerade in den stärker belasteten Regionen Schleswig-Holsteins erreichen wir so eine Entlastung des Landschaftsbildes“, erklärte Herbst. Die Landesregierung hat nach eigenen Angaben gut 3 000 Stellungnahmen ausgewertet und bei den Änderungen der alten Pläne berücksichtigt. Für diese Teile der Regionalpläne findet erneut eine öffentliche Anhörung statt. Trotz des laufenden Moratoriums hat das Innenministerium im ersten Halbjahr Ausnahmen für mehr als 100 Windräder mit einer Gesamtleistung von 385 Megawatt erteilt. „An unserem Ziel, die Pläne noch vor Ablauf des Moratoriums am 31. Dezember unter Dach und Fach zu bringen, ändert sich damit nichts“, betonte Herbst.

Das Oberverwaltungsgericht hatte im Jahr 2015 die damaligen Windkraft-Regionalpläne gekippt. Die Richter rügten, dass von vornherein jene Gemeinden von der Ausweisung von Eignungsflächen ausgeschlossen wurden, die sich gegen die Windräder ausgesprochen hatten.

Um einen Wildwuchs von Anlagen zu verhindern, verhängte das Land ein Moratorium für Neubauten, das Ende des Jahres ausläuft. Nur in Ausnahmefällen werden seitdem Anlagen genehmigt, sodass der Ausbau der Windenergie stark ins Stocken geriet.  dpa

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