Plastik, Zigarettenstummel und vieles mehr: Im Kampf gegen die Vermüllung der Ostsee sammeln der Grünen-Chef, Robert Habeck (links), und Umweltminister Phillip Albrecht sowie zahlreiche Helfer den Unrat von den Stränden.
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Plastik, Zigarettenstummel und vieles mehr: Im Kampf gegen die Vermüllung der Ostsee sammeln der Grünen-Chef, Robert Habeck (links), und Umweltminister Phillip Albrecht sowie zahlreiche Helfer den Unrat von den Stränden.

Grünen-Chef Robert Habeck packt beim „CleanUp Day“ mit an

Kampf gegen die Vermüllung

Flensburg – Im Kampf gegen die Vermüllung der Ostsee haben an den deutschen Küsten zahlreiche Helfer am Wochenende viel Müll und Unrat von den Stränden aufgelesen. Auch Grünen-Chef Robert Habeck hat am Samstag in Flensburg mit angepackt. Mit einer blauen Mülltüte lief der Bundesvorsitzende der Grünen rund zwei Stunden über den Strand und sammelte Plastik, Zigarettenstummel und vieles mehr ein. An seiner Seite halfen Parteikollegen wie Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht und der EU-Abgeordnete Rasmus Andresen sowie rund 50 weitere Freiwillige. Hintergrund der Aktion war der jährliche internationale „CleanUp Day“, bei dem Tausende Freiwillige Strände, Ufer, Wälder oder Parks von Plastikmüll säubern.

Den internationalen Küstenputztag gibt es dem Naturschutzbund Nabu zufolge seit mehr als 30 Jahren. Im vergangenen Jahr waren dabei an deutschen Küsten, Ufern und Seen mehr als 4 600 Kilogramm Müll eingesammelt worden.

Unterdessen hatte die Bundesregierung nach einer Anfrage der Grünen eingeräumt, dass ein Ziel im Kampf gegen die Vermüllung von Nord- und Ostsee nicht erreicht wurde. Nach der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie von 2008 sollte ein „guter Umweltzustand“ in den EU-Meeren bis 2020 erreicht werden, teilte die Bundesregierung in ihrer Antwort den Grünen mit. Hinsichtlich des Aspekts „Müll im Meer“ bedeute dies, dass „die Eigenschaften und Mengen der Abfälle im Meer keine schädlichen Auswirkungen auf die Küsten- und Meeresumwelt“ haben. „Dieses Ziel wird verfehlt“, heißt es von der Bundesregierung.

Müll an der Küste der deutschen Nord- und Ostsee ist laut Bundesregierung „ubiquitär“, das heißt überall und am Meeresboden weit verbreitet. „Abnehmende Trends in der Müllbelastung der Strände sind im Beobachtungszeitraum 2009 bis 2014 nicht festzustellen.“ Die deutschen Gewässer seien zu stark von Müll belastet.

Etwa 75 Prozent des Mülls in den Meeren und an den Stränden sind Kunststoffe. Alljährlich werden allein in wenigen Stichproben an Nord- und Ostsee tausende Stücke Müll gefunden. Durchschnittlich werden pro freigeräumtem Strandabschnitt an der Nordsee 550 Müllteile gefunden. An der Ostsee sind es 172. Die am meisten gefundenen Müllteile sind Plastik sowie Styropor-Bruchstücke und Folienfetzen. In der Ostsee macht diese Art des Mülls 39,2 Prozent der gefundenen Teile aus. In der Nordsee sind es 25,3 Prozent.

An den deutschen Stränden der Nordsee stammen 51 Prozent der Müllfunde von der See – vor allem aus der Schifffahrt und Fischerei. 40 Prozent des Mülls stammt aus Freizeit- und Tourismusaktivitäten und aus dem kommunalen Raum. An den Ostseestränden kommen 50 Prozent des Mülls von Freizeit- und Tourismusaktivitäten, 25 Prozent sind Folge von Einleitungen von Abwässern und 25 Prozent stammen aus seebasierten Quellen.  dpa

Der Müll an den Ostseestränden kommt zu 50 Prozent von Freizeit- und Tourismusaktivitäten.

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