Kaum noch  Selbstanzeigen

Steuersünder im Norden melden sich nicht mehr freiwillig

Kiel - Bei den Finanzministern in Schleswig-Holstein melden sich kaum noch reuige Steuersünder. Das Finanzministerium teilte mit, dass im vergangenen Jahr noch neun Selbstanzeigen mit Bezug auf Kapitalanlagen ins Ausland eingingen. 2017 waren es 45, 2015 noch 262 und 2014 sogar 571.

Viele der Selbstanzeigen in den vergangenen Jahren standen im Zusammenhang mit Daten-CDs aus der Schweiz, die deutsche Steuerbehörden gekauft hatten. Sie enthielten Daten von Depots deutscher Bürger auf Schweizer Banken, die oft schon vor Jahrzehnten eingerichtet wurden.

Die Mehrsteuern aufgrund von Selbstanzeigen zu Kapitalanlagen im Ausland gab das Ministerium für 2018 mit nicht ganz 403.000 Euro an. Seit 2010 kamen auf diesem Weg bei insgesamt 2 152 Anzeigen knapp 131,7 Millionen Euro zusammen. Die nacherklärten Einnahmen aus Kapitalvermögen summierten sich 2018 auf fast 1,3 Millionen Euro. Seit 2010 waren es insgesamt nahezu 390 Millionen Euro.

Die Mehreinnahmen seit 2010 seien der Allgemeinheit zugutegekommen“, sagte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne). „Es war goldrichtig, die Anforderungen an die Straffreiheit bei der Selbstanzeige zu verschärfen und die Zusammenarbeit mit den Schweizer Steuerbehörden zu verbessern.“ Doch es gebe noch eine Menge zu tun, um Steuervermeidung und Steuerhinterziehung weiter einzudämmen. „Schleswig-Holstein hat dazu mit der Anzeigepflicht für Steuergestaltungsmodelle und mit dem Schließen von Steuerschlupflöchern bei der Grunderwerbsteuer zwei wichtige Initiativen auf den Weg gebracht.“  

dpa

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