„Kein Bus fährt“

Warnstreiks in Lübeck und Neumünster stoppen den öffentlichen Nahverkehr

+
Die Busse bleiben im Depot stehen: Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten von Stadtverkehr Lübeck und SWN Verkehr in Neumünster aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen.

Lübeck - Ein ganztägiger Warnstreik hat den öffentlichen Bus-Nahverkehr in Lübeck und Neumünster gestern nach Angaben der Gewerkschaft Verdi lahmgelegt.

„Es ist seit dem Betriebsbeginn kein einziger Bus der kommunalen Unternehmen Stadtverkehr Lübeck und des SWN Verkehrs in Neumünster gefahren“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Gerhard Mette. Der Warnstreik wegen der stockenden Tarifverhandlungen sollte bis zum Betriebsende andauern.

Tarifgespräche laufen seit November

In Lübeck nutzen laut Verdi rund 150.000 Fahrgäste täglich die Busse von Stadtverkehr Lübeck, in Neumünster 35.000 bis 40.000 Menschen die Busse der Stadtwerke Neumünster (SWN Verkehr). In einer Telefonschleife von Stadtverkehr Lübeck hieß es, sämtliche Stadtverkehr-Linien würden an diesem Tag ausfallen. Die Busse der Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft (LVG) und von Autokraft – sie fahren teils nach Lübeck rein – seien dagegen nicht vom Warnstreik betroffen. Bei SWN Verkehr lief ebenfalls eine Telefonschleife über den Ausfall sämtlicher Busse.

Für Dienstag hat Verdi zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr in Kiel und Flensburg aufgerufen. Damit soll Druck aufgebaut werden für die nächste Runde der Tarifverhandlungen am Donnerstag in Flensburg. Seit November laufen die Gespräche.

„Wir hoffen, dass die Arbeitgeber endlich ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch legen“, sagte Mette. Verdi fordert Gehaltsverbesserungen im Volumen von 145 Euro. Dies könne Geld sein, aber es könnte auch ein Urlaubstag zusätzlich vereinbart und entsprechend angerechnet werden. Die Arbeitgeber haben laut Verdi ein Angebot von 2,2 Prozent Lohnerhöhung gemacht. Dies sei aber völlig unzureichend, sagte Mette.

dpa

Mehr zum Thema

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.