Kein Verfahren

Gericht lehnt Prozess gegen Klinik-Mitarbeiter trotz Anklage ab

Foto: Peter Steffen/dpa

Lübeck – Der Tod eines 33-jährigen Psychiatriepatienten im Universitätsklinikum Lübeck vor knapp zwei Jahren wird nicht vor Gericht verhandelt. Das Landgericht Lübeck habe die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt, sagte gestern ein Sprecher.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Mai Anklage gegen zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, drei Pflegekräfte, zwei Ärztinnen und fünf Polizeibeamte wegen Körperverletzung mit Todesfolge erhoben. Die Richter seien zu dem Ergebnis gekommen, dass nach den Ergebnissen des Ermittlungsverfahrens eine Verurteilung für keinen der Angeklagten wahrscheinlich sei, so der Gerichtssprecher. Zuvor hatten regionale Medien darüber berichtet.

Die Beschuldigten hatten laut Anklage im August 2017 einen hochgradig aggressiven Patienten auf dem Krankenbett fixiert, um ihn behandeln zu können. Dabei soll ein Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes auch ein Kissen eingesetzt haben. Durch die Fixierung soll der Patient einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten haben. Er konnte wiederbelebt werden, starb aber später an einem Hirnschaden, den er durch die Sauerstoffunterversorgung erlitten hatte.

Der erheblich verwirrte Patient war zuvor von Polizisten in Gewahrsam genommen und in die Klinik gebracht worden. Nach Angaben des Gerichts hätten rechtsmedizinische Gutachten ergeben, dass es bei dem 33-Jährigen aufgrund seines Gesundheitszustandes möglicherweise auch ohne den Einsatz des Kissens zu einem Herz-Kreislaus-Stillstand gekommen wäre.  dpa

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