Land will Erprobungsphase abwarten

Keine Ankerzentren im Norden

Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) will nicht, dass Schleswig-Holstein an der Testphase für Ankerzentren teilnimmt. J Foto: dpa

Kiel - An der Pilotphase der sogenannten Ankerzentren für neu ankommende Flüchtlinge wird sich Schleswig-Holstein nicht beteiligen. „Wir warten die Erprobungsphase in anderen Bundesländern ab und werden danach die Ergebnisse eingehend auswerten“, sagte Ministeriumssprecher Dirk Hundertmark. Das habe die Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP entschieden.

Auf Bundesebene hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag sogenannte Ankerzentren (Anker steht für Ankunft, Entscheidung und Rückführung) vereinbart. Demnach sollen Flüchtlinge in Großunterkünften bis zum Abschluss ihrer Asylverfahren untergebracht und nicht mehr über das Land verteilt werden. Wer nicht als Flüchtling anerkannt wird, soll direkt aus dem Zentrum abgeschoben werden.

Das Land wolle bis Ende der Erprobungsphase weiter nach dem bewährten Konzept mit den bestehenden Erstaufnahmeeinrichtungen in Neumünster und Boostedt vorgehen, sagte Hundertmark. Es gebe zudem Pläne für eine gemeinsame Abschiebehafteinrichtung mit Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern in Glückstadt.

Das Land erwarte Unterstützung vom Bund mit Blick auf eine verbesserte Kooperation mit den Herkunftsländern, etwa bei der Beschaffung von Ersatzpapieren für Ausreisepflichtige. „Außerdem warten wir gespannt auf Vorschläge des Bundes zur Beschleunigung der Asylverfahren“, sagte der Sprecher. J dpa

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